Kunststipendiatin der Carlernst-Kürten-Stiftung setzt auf Multimedialität

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Einzigartige Fotokunst mit Einflüssen vieler Kulturen zeichnete die Kulturstiftung der Sparkasse mit ihrem Stipendium aus. Werke von Preisträgerin Donja Nasseri sind in der Alte Heide-Schule zu sehen.

von Sebastian Pähler

Unna

, 09.09.2019, 15:04 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einen Platz für die Werke einer aufstrebenden Künstlerin bietet derzeit die Carlernst-Kürten-Stiftung. Am Sonntag wurde in der Alte Heide-Schule, der ehemaligen Wohn- und Arbeitsstätte von Carlernst Kürten, Donja Nasseri mit dem Stipendium der Kulturstiftung der Sparkasse UnnaKamen ausgezeichnet. Unter anderem ist in dem Künstlerhaus auch ihre Installation „Yong Galin“ zu sehen.

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Zwischen Medien und Kulturen

Einige der Gäste der Preisverleihung mögen gestutzt haben, als zentrales Element der Ausstellung einen gut sechs Meter langen Teppich zu sehen, der von einer Holzkonstruktion zur raumeinnehmenden Installation geformt wird. Schließlich lautete das Thema der diesjährigen Ausschreibung der Kulturstiftung der Sparkasse „Fotografie als Kunst“. Doch tatsächlich war das Gebilde im ehemaligen Atelier Carlernst Kürtens eine Fotografie, wenn auch eine sehr außergewöhnliche.

Donja Nasseri hatte einen Teppich aus dem Besitz ihres aus Afghanistan stammenden Vaters fotografiert und das Muster neu arrangiert. Ergänzt wurde die Collage durch Zeichnungen mit koreanischen Drachen und Naturmotiven, die eine koreanische Kommilitonin Nassaris angefertigt hatte. Daher auch der Name, denn „Yong“ ist koreanisch für Drache und „Galin“ das persische Wort für Teppich. Das fertige Motiv wurde schließlich als Teppich produziert.

Neben der Installation sind in der Alte Heide-Schule auch Fotocollagen von Nasseri zu sehen, die normalerweise noch von einer Geräuschinstallation begleitet werden. Denn die in Düsseldorf geborene Künstlerin, die in Dortmund, Münster und Düsseldorf studiert hat, arbeitet zumeist multimedial.

Eine schwierige Entscheidung

„Zentraler Aspekt der Arbeit von Donja Nasseri ist ihre künstlerische Auseinandersetzung mit Tradition und Veränderungen innerhalb einer als komplex erfahrbaren, multikulturellen Gesellschaft“, erläuterte Laudator Peter Friese. Die Jury habe diesmal intensiv diskutiert, berichtete Friese, der selbst das Stipendium der Kulturstiftung seit vielen Jahren als Berater und Jurymitglied begleitet. Für Nasseri habe man sich entschieden, da der Einsatz von Bildmedien, so wie die kritisch-ironische Auseinandersetzung mit politischen Themen, so wie die Auseinandersetzung mit dem öffentlichen Raum in ihrem ganzen Werk präsent sei.

Das Stipendium ist mit 5.555 Euro dotiert und damit einer der hoch dotierten Kunstpreise in NRW. Die Ausstellung wird auch während des Projektes „KunstOrt Unna“ am 14. und 15. September noch zu sehen sein.

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