KunstOrt Unna: Zwei Künstlerinen – ein gemeinsamer Ausstellungsraum

dzGute Zusammenarbeit

Der Mensch steht im Mittelpunkt der Arbeiten der beiden Künstlerinnen Jutta Hellweg und Sabine Hannah Johr. Für das Projekt „KunstOrt Unna“ werden sie gemeinsam Räume in einer Stadtvilla gestalten.

von Sebastian Pähler

Unna

, 17.08.2019, 18:09 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mal komplimentieren sich die Werke von Jutta Hellweg und Sabine Hannah Johr, mal stehen sie im direkten Kontrast zueinander. Obwohl Johr und Hellweg unabhängig voneinander arbeiten, stoßen sie doch immer wieder auf ähnliche Dinge, was Ausstellungen der beiden so interessant macht. Auch beim „KunstOrt Unna“ kollaborieren die beiden Künstlerinnen wieder für ein Projekt.

Die Urmutter des Kunstortes

Porträts und Posen, mal dezent und zurückgenommen, mal mit kräftigen, kontrastreichen Farben, dominieren die Bilder sowohl von Sabine Hannah Johr als auch Jutta Hellweg. Und doch arbeiten beide grundverschieden. Eben das macht Ausstellungen mit Werken von beiden so interessant.

Kennen gelernt haben sich beide über ihr Wirken beim Kunstverein „Die Kunstforderer“, in dessen Vorstand sie eine Weile gemeinsam waren. So wirkten sie unter anderem am Aufbau der Kunstkneipe mit, einem Vorläufer des Kunstraums Unna.

„Uns interessiert, Kunst auch an anderen Orten zu zeigen, nicht immer nur in der Galerie“, erläuterte Hellweg. Aus diesem Gedanken entstand in Zusammenarbeit mit der Keramikkünstlerin Gisela Lücke auch das Projekt Kunstroute Unna, ein Vorläufer von KunstOrt Unna. „Das war die Urmutter“, stellte Johr fest. 2004, 2006, 2008 und 2010 brachten die drei Künstlerinnen dabei Kunst in den öffentlichen Raum. Anfänglich waren es private Wohnungen und Gärten, in denen sie Bilder und Skulpturen präsentierten. „Wir werden bis heute darauf angesprochen, ob wir das mal wieder machen“, berichtete Sabine Hannah Johr. Mit dem „KunstOrt“ nutzen die beiden eine neue Gelegenheit, ihr Schaffen und auch den Raum an sich zu inszenieren.

KunstOrt Unna: Zwei Künstlerinen – ein gemeinsamer Ausstellungsraum

Der Mensch steht im Mittelpunkt der Arbeit von Jutta Hellweg, wie etwa in der Grafik, die sie für den KunstOrt 2019 fertiggestellt hat. © Sebastian Pähler

Jutta Hellweg

Jutta Hellweg arbeitet seit rund 40 Jahren freiberuflich als Künstlerin, rund 30 davon in Unna. Geboren ist sie in Bielefeld und sie studierte an den Fachhochschulen in Dortmund und Münster Malerei und Freie Grafik.

Malerei war ihr immer wichtig, auch wenn sie den Eltern zuliebe zunächst eine Ausbildung als Bankkauffrau anfing. Zum Glück siegte am Ende ihr Wunsch und so konnte sie sich auf die Malerei und das Erstellen von Grafiken konzentrieren. „Bei mir ist es der Mensch, das ist mein Lebensthema“, stellte Hellweg fest, wie man schon in frühen Projekten wie „Der Weibliche Blick“ oder „Der Armut begegnen“ sah.

KunstOrt Unna: Zwei Künstlerinen – ein gemeinsamer Ausstellungsraum

Auch für Sabine Hannah Johr ist der Mensch ein zentrales Element. Und doch sind ihre Arbeitsweise und ihre Werke völlig anders © Sebastian Pähler

Sabine HannaH Johr

Sabine Hannah Johr, als Künstlerin gerne mit einem zweiten großen „H“ am Ende des zweiten Vornamens geschrieben, ist Autodidaktin, auch wenn sie in Workshops immer wieder ihr Können und ihren künstlerischen Horizont erweiterte. Auch sie konzentriert sich auf den Menschen, aber bei ihr sind es vor allem Begegnungen, mit denen sie sich befasst. Das Thema des KunstOrts 2019, „Entdecker“, haben sie im Sinne von „Heimat entdecken“ aufgenommen „Was eine Gemeinschaft ausmacht, das sind die Menschen, die hier leben. Und auf die Entdeckungstour muss man täglich gehen“, erläuterte Johr.

KunstOrt Unna: Zwei Künstlerinen – ein gemeinsamer Ausstellungsraum

Die Stadtvilla am Nordring 36 wird im September zum Kunstort. Jutta Hellweg und Sabine Hannah Johr werden dort Räume mit ihren Werken gestalten. © Sebastian Pähler

Die Villa und die Kirche

Für den KunstOrt Unna 2019 haben Hellweg und Johr Räume in einer Stadtvilla am Nordring 36 zur Verfügung gestellt bekommen. Wie Genua die ehemaligen Handwerker-Räume am Ende aussehen werden, kann noch keiner sagen, denn sie werden erst eine Woche vor der Eröffnung am 13. September eingerichtet. Denn für Johr und Hellweg zählt das Gestalten des Raumes mit zum künstlerischen Prozess.

Das stellen sie auch bei der gemeinsamen Ausstellung in der Stadtkirche unter Beweis. Dort hängen sie nämlich nicht nur die eigenen Werke, sondern kuratieren die gesamte Ausstellung.

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