Größer, aktiver und an einem ganzen Wochenende: Die Aktion „Kunstort Unna“ geht in eine zweite Runde. Selbst für Menschen, die schon viel Kunst in Unna erlebt haben, wird diese Entdeckungsreise spannend.

Unna

, 07.09.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Aktion „Kunstort Unna“ bietet in diesem Jahr Gelegenheit zu einer „Expedition“ in die Kunstwelt. In Anlehnung an das Alexander-von-Humboldt-Jahr geben die Initiatoren der stadtweiten Kunstaktion 2019 dieses Motto. Kunstinteressierte können sich auf eine Entdeckungsreise mit mehr als zwei Dutzend Stationen und unterschiedlichsten Werken freuen. Stark komprimiert ist der Kunstort jetzt schon zu erleben: mit einer Ausstellung in der Evangelischen Stadtkirche.

Vorgeschmack in der Stadtkirche

Rund 50 Werke sind in der Stadtkirche zu sehen, wo am Freitag, 13. September, auch die Kunstort-Vernissage gefeiert wird. Die Eröffnung wird sozusagen der Startschuss dafür, dass Besucher am zweiten Septemberwochenende ausschwärmen in das Stadtgebiet.

Die Stadtkirche sei gewissermaßen die zentrale Anlaufstelle, sagt Lina Frubrich, eine der Initiatorinnen und die Koordinatorin von „Kunstort Unna“. Zum Vorgeschmack, den sich Besucher jetzt holen können, gehören kleine und große Gemälde, abstrakte wie gegenständliche Kunst, auch Bildhauerei. Und mittendrin eine Ecke vom Kirchturm: Die Künstlergruppe „Schwarze Olive“ um Anne Deifuß hat, inspiriert von den dramatischen Ereignissen und Entwicklungen rund um die sanierungsbedürftige Stadtkirche, eine Fiale nachgebaut. Stark vereinfacht ragt der hölzerne Turm mit quadratischem Grundriss, im Chorraum der Kirche empor. Dieses Teilprojekt von „Kunstort Unna“ soll auch einen Teil zur Sanierung beitragen: Wer eines der Bilder kauft, wird damit zum „Turmretter“.

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Noch länger und umfangreicher als die Premiere 2017

Zeigen, was Unna alles künstlerisch zu bieten hat: Das war 2016 das Ziel der Initiative „Kunstort“ von Lina Frubrich und Michael Sacher. Halbjährlich erscheint ein Faltblatt mit Kunstorten, also Ateliers und aktuellen Ausstellungen. 2017 gab es erstmals einen Tag, an dem alle Ateliers ihre Türen für Besucher öffneten. In diesem Jahr, für die zweite Auflage, wurde die Aktion auf ein ganzes Wochenende ausgeweitet. Die Zahl der Mitwirkenden wuchs von 23 auf 27. „Wir wollen damit auch die Künstler noch mehr untereinander vernetzen“, sagt Frubrich.

Auch eine Chance für Neulinge

Viele Kunstschaffende in Unna kennen sich gegenseitig, andere wiederum nicht. Und mancher „Neuling“ hat nun die Chance, noch etwas bekannter zu werden. Cornelia Kornfeld und ihr Mann Tomasz zum Beispiel stellen zum ersten Mal im Rahmen des „Kunstortes“ aus. „Wir schauen mal, wer so kommt“, sagt Cornelia Kornfeld. Sie und ihr Mann zeigen verschiedene Inhalte von Porträt bis Landschaft und unterschiedliche Techniken von Ölmalerei bis Mischtechnik - alles in ihrem Haus in Mühlhausen.

Darum lohnt sich die Expedition in die Unnaer Kunst am zweiten Wochenende im September

Unverkennbar ein Nowodworski: Dieses Stück könnte symbolhaft für das diesjährige „Kunstort“-Motto stehen: Expedition. © Marcel Drawe

Erstaunliche Bandbreite

Damit gehört die Station Kornfeld nicht zu den 16 innerhalb der Unnaer Innenstadt. Es leben eben auch in Mühlhausen Künstler, in Massen, Königsborn und anderen Teilen Unnas. Und insgesamt entsteht eine erstaunliche Vielfalt. Über die klassischen Kunstgattungen der Malerei, Grafik, Illustration, Fotografie und Bildhauerei reicht die Bandbreite bis zur Lichtkunst. Kinetische Skulpturen, Cartoons und audiovisuelle Medien lassen sich ebenso erkunden wie Kunstgewerbe, Keramik oder Schmiedekunst. „Urban Graffiti Art“ als eher neuere Darstellungsform findet erstmals Eingang in den „Kunstort Unna“.

Kunstort Unna

Vernissage und weitere Termine

  • „Kunstort Unna 2019: Expedition“, Vernissage am Freitag, 13. September, 18 Uhr, Evangelische Stadtkirche
  • 27 Ausstellungsorte geöffnet: Freitag, 13. September, 20 bis 22 Uhr, Samstag und Sonntag, 14. und 15. September, 11 bis 18 Uhr
  • Alle Veranstaltungsorte, Termine und Hintergründe sind auf der Internetseite kunstortunna.de zu finden.

Viel Gelegenheit zum Mitmachen

Besucher können Kunst nicht nur erleben, sie können sie auch selbst machen: Es gibt unter anderem Führungen, ein Kinderprogramm in der Jugendkunstschule, eine Licht-Zeichen-Performance auf dem Markt, Outdoor-Live-Wandmalerei, einen Kunstgottesdienst, den Kurs „Wecke das Krafttier in dir“ und einige Konzerte. Im „Secret Garden“ können die Expeditionsteilnehmer am „Kunstort“-Wochenende entspannen. Die Finissage einer VHS-Ausstellung zur 50-jährigen Städtepartnerschaft Unna-Palaiseau ist auch Teil der Reihe. Das eine endet, das andere beginnt: Haus Opherdicke wird zum Kunstort mit der Eröffnung der Ausstellung „Wundersam wirklich - Magischer und Neo-Realismus aus den Niederlanden“.

Darum lohnt sich die Expedition in die Unnaer Kunst am zweiten Wochenende im September

Julia Bergfort (l.) und Agnes Pester stellen ebenfalls bei „Kunstort Unna“ aus - und einen Teil schon jetzt in der Stadtkirche. © Marcel Drawe

Entdeckungsreise zu Fuß oder per Fahrrad - auf jeden Fall mit Rückenwind

Alle Ausstellungen und Veranstaltungen sind kostenfrei. Ausnahmen sind das Zentrum für Internationale Lichtkunst und die Stadtlichter. Orte, die nicht in der Innenstadt liegen, lassen sich ideal im Rahmen einer kleinen Fahrradtour entdecken, wie die Organisatoren vorschlagen. „Kunstort Unna“ basiert auf Eigeninitiative, die Veranstalter betonen aber, dass es in diesem Umfang nicht ohne Unterstützer und Sponsoren umgesetzt werden könnte. Der Kulturbereich der Stadt, die Kulturstiftung der Sparkasse und sponsernde Unternehmen geben der Entdeckungsreise Rückenwind.

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