Den humorvollen Künstler Wilhelm Buschulte kennenlernen

dzKünstlerhaus Buschulte

Der Künstler Wilhelm Buschulte ist in Unna und über die Ortsgrenzen hinaus schon lange als Glasmaler bekannt. Nun aber werden anlässlich des Projekts „Kunstort Unna“ bisher unbekannte Werke der Künstlers ausgestellt.

von Kyra Molinari

Unna

, 10.08.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ganz anders als die bekannten Kirchenfenster und Glasmalereien, die bei bisherigen Ausstellungen zu sehen waren, werden die Werke diesmal sein. Denn es handelt sich hauptsächlich um Skizzen und Porträts, die der Künstler Zeit seines Lebens immer mal wieder angefertigt hat. Diese stellen nun einen völlig neuen Zweig seiner Kunst dar.

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Schon während des Studiums in München habe sein Vater viel gezeichnet und auch poträtiert, erläutert der Sohn Wilhelm Buschulte. Er sichtet zusammen mit seiner Frau zur Zeit unzählige Skizzen, die ihnen in den vergangenen Wochen eher zufällig in die Hände gefallen sind. „Vater hatte eine eigene Form des Porträtierens. Während meine Mutter sehr detailgetreu gezeichnet hat, arbeitete Vater eher die Charakteristika einer Person heraus, sodass manchmal eher Karikaturen entstanden sind“, erläutert er weiter.

„Vater hatte eine eigene Form des Porträtierens. Während meine Mutter sehr detailgetreu gezeichnet hat, arbeitete Vater eher die Charakteristika einer Person heraus, sodass manchmal eher Karikaturen entstanden sind.“
Wilhelm Buschulte junior

In diesen Porträts und Zeichnungen setzt Buschulte sich sehr genau mit dem Geschehen zu seiner Zeit auseinander, denn er war ein genauer Beobachter. Zu erkennen sind Geschehnissen aus Politik und Kirche. Das Thema „Expedition“ passt nicht nur zu den Zeichnungen, sondern weitete sich unfreiwillig auch auf die Sichtung der Werke aus: „Seit 2014 sichten wir die Werke meiner verstorbenen Eltern, jetzt haben wir völlig neue Werke gefunden. Das ist auch für uns eine kleine Expedition“, sagt Buschulte.

Neben den Skizzen, die als Nebenprodukte der Gestaltung der Kirchenfenster abfielen, hat Wilhelm Buschulte auch Abstriche weiterentwickelt. Diese Abstriche haben an sich die denkbar einfachste Form: Der Künstler streicht mit einem Pinsel einen farbigen Streifen auf ein Blatt. Die Weiterentwicklung besteht nun daraus, dass der Künstler anschließend in diesen Abstrichen Personen und Gesichter erkannt und diese auch herausgearbeitet hat.

Arbeit als Glasmaler war teilweise nervenaufreibend

Man müsse verstehen, so Buschulte, dass die Arbeit als Glasmaler mitunter recht nervenaufreibend gewesen sei. Teilweise habe sein Vater mehr als zehn Jahre an einem Kirchenfenster gearbeitet, von Entwurf bis zum endgültigen Einbau. Durch die szenischen Skizzen konnte sein Vater so den Alltag und die Geschehnisse auf seine Art verarbeiten und - mitunter abfällig - kommentieren.

„Kinder machen sich spielerisch auf die Expedition ins Leben, Erwachsene sollten versuchen, sich das Spielerische ein wenig zu bewahren.“
Wilhelm Buschulte junior

Er setzte sich spielerisch mit der Welt auseinander; in diesen Skizzen ist der nicht so ernste Wilhelm Buschulte zu erkennen. „Kinder machen sich spielerisch auf die Expedition ins Leben, Erwachsene sollten versuchen, sich das Spielerische ein wenig zu bewahren“, meint Buschulte. Sein Vater konnte so Kunst und Leben, Arbeit und Freizeit verbinden. Am treffendsten bringt es ein Zitat vom Enkel des Künstlers auf den Punkt: „Du hast Glück, du musst nicht arbeiten, du darfst malen“, sagte der einmal zu seinem Großvater.

Die Zeichnungen und Skizzen des unernsten Künstlers Wilhelm Buschulte sind nun erst einmal gesichtet, eine erste Auswahl steht auch schon fest. Es sind zum Teil auch angefangene Entwürfe, die der Künstler nie fertigstellte. Nicht alles können sein Sohn und dessen Ehefrau rahmen lassen, einiges wird auch in Mappen oder im Atelier ausgestellt.

„Du hast Glück, du musst nicht arbeiten, du darfst malen.“
Ein Enkel Wilhelm Buschultes zu seinem Opa

Der Wert seiner Skizzen muss dem Künstler schon zu seinen Lebzeiten bekannt gewesen sein, meint sein Sohn: „Einige Sammlungen von Skizzen hat mein Vater selber zusammengestellt und sogar signiert, er muss sich dessen also bewusst gewesen sein.“

Neue Projekte hat das Ehepaar Buschulte schon entfernt im Blick, zunächst wollen sie aber mit dem „Kunstort Unna“ eine erfolgreiche Ausstellung verleben und sich dann zunächst ein bisschen zurücklehnen.

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