Haus Opherdicke: Louise Te Poele verbindet magischen Realismus mit der Gegenwart

dzKunstOrt Unna

Auf Haus Opherdicke ziehen im September die alten Meister ein: Das Museum Arnheim lässt großzügige Leihgaben nach Unna wandern. Auch eine Künstlerin der Gegenwart wird ihre Werke ausstellen.

von Kyra Molinari

Unna, Holzwickede

, 02.09.2019, 11:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kurator Arne Reimann freut sich sichtlich über die Leihgaben, die das Haus Opherdicke vom Arnheimer Museum bekommt: „Sie haben uns die Highlights ihrer Sammlung der magischen Realisten überlassen, das ist total klasse!“

Jetzt lesen

Doch was ist der magische Realismus überhaupt? Vereinfacht ausgedrückt ist es die neue Sachlichkeit, die nach dem Ersten Weltkrieg aufkam und mit der die Künstler sich deutlich zum Expressionismus von „vor dem Krieg“ distanzieren wollten. Ein weiteres Merkmal ist, dass alle Dinge auf den Bildern scharf dargestellt sind, in die Tiefe des Bildes verblasst nichts, so wie es eigentlich natürlich wäre.

Doch jeder Künstler hat dem magischen Realismus seinen eigenen Stempel aufgedrückt, das wird bei der Betrachtung der Bilder schnell klar.

Mit der Austellung knüpft das Haus Opherdicke nahtlos an die bisherige Ausstellung anlässlich des hundertjährigen Wahlrechts für Frauen an. Um diese Verknüpfung bildlich zu gestalten, wird neben den alten Meistern auch eine junge Frau ihre Werke ausstellen: Louise Te Poele aus den Niederlanden.

Die Ähnlichkeit zu den alten Meistern, die ihre Werke aufweisen, sind reiner Zufall, sagt sie: „In einer Ausstellung in Arnheim hingen meine Werke erstmals neben den alten Meistern, da fiel es mir auf. Ich habe früher immer gerne die alten Werke betrachtet, das muss irgendwie in meinem Unterbewusstsein verankert sein.“

Lousie Te Poeles Arbeit besteht darin, Fotos zu machen und anschließend darüber zu malen, um bestimmte Aspekte der Bilder zu verdeutlichen. Sie selber sieht in ihren Werken auch eine kleine Ähnlichkeit zu Vincent Van Gogh.

Ihr Werdegang als Portrait-Künstlerin kam ebenfalls eher zufällig. Für einen Freund habe sie auf einer Hochzeit fotografiert, da habe sie zum ersten Mal gezielt nach älteren Personen für ihre Porträts geschaut. Darauf aufbauend entstand dann eine Reihe von Farmer-Porträts, die nun auch im Haus Opherdicke ausgestellt werden.

Zwei Räume stattet die Künstlerin dann aus, ihre Werke werden Seite an Seite mit den alten Meistern hängen.

Neben Porträts fertigt Te Poele aber auch Stillleben, wie die alten Meister. Bekannte Meister sind da unter anderem Carel Willink und Dick Ket. Neben ihnen werden noch weitere alte, niederländische Meister ausgestellt sein, beispielsweise Pyke Koch, Raoul Hynckes, Wim Schuhmacher, Charley Toorop und Nola Hatterman. Durch Louise Te Poele wird anschließend die Brücke in die Gegenwart geschlagen. Sie freut sich schon auf den Diskurs mit den deutschen Publikum.

Mehr zum Thema:
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger 50 Jahre Städtepartnerschaft

Ausstellung in der Schwankhalle zeigt Vielfalt französischer Künstler aus Palaiseau

Meistgelesen