Kunstlichtkunde an der Sonnenschule

dzKooperation

Ein Museum zeigt Kunst, um sie am Leben zu erhalten. Begeisterung und vielleicht auch Nachwuchsförderung für die Lichtkunst soll nun die Zusammenarbeit zwischen Lichtkunstzentrum und Sonnenschule schaffen.

Unna

, 01.10.2018, 17:36 Uhr / Lesedauer: 1 min

Das Denken von Kindern ist noch frei von Beschränkungen. Als die zwölf Kinder von der Sonnenschule tief hinab in den Schacht zwischen ZIB-Foyer und Lichtkunstkeller blicken, erfahren sie, dass Jan van Munsters Werk den Begriff „Ich“ in zehn Sprachen aufleuchten und verschwinden. „Auch auf Schwäbisch?“, will ein Mädchen mit knochentrockenem Ernst wissen. „Nein, aber auf Schwedisch“, erfährt es.

Die Führung für die Dritt- und Viertklässler der Massener Grundschule ist Teil einer Kooperation, die Schulleitung und Lichtkunstzentrum nun vereinbart und am Montag per Unterschrift geschlossen haben. Angebote für Kinder gibt es in dem Zentrum schon seit Jahren. Die Kooperation mit der Sonnenschule aber geht weit darüber hinaus: Über einen Zeitraum von zwei Jahren hinweg sollen die Kinder zu Lichtkunstexperten werden. „Vielleicht werdet ihr eines Tages hier die Führungen machen“, begrüßte Direktor John Jaspers die Kinder schließlich im blau-roten Lichtschein von Keith Sonniers „Tunnel of Tears“.

An der Schule läuft das Fach „Lichtkunst“ nun als freiwillige Arbeitsgemeinschaft im Anschluss an den Pflichtstundenplan. Drei bis vier Führungen im Lichtkunstzentrum pro Schulhalbjahr sind angedacht. Dazwischen kommt das „Team Junges Museum“ wöchentlich zu den Kindern nach Massen.

Sie lernen in dieser Zeit die Grundlagen der Kunst und nicht nur der Lichtkunst: Wie etwa Farben wirken und was unser Auge damit macht, lässt sich schon aus Gemälden ableiten. Das neue Wissen sollen die Kinder vermitteln und anwenden. Zum einen werden sie in einigen Monaten eine erste Lichtkunstführung für die eigenen Eltern veranstalten, die sie mit eigens gestalteten Faltblättern dazu einladen. Zudem werden sie eigene Lichtkunstobjekte erschaffen können.

Vermittelt werden dabei Kenntnisse über die Lichtkunst, aber auch viele allgemein anwendbare Qualitäten. Sachverhalte erfassen und in Präsentationsmedien wiedergeben, vor Menschen sprechen, Materiallogistik, Technik und Handwerk beim Bau einer Anlage zu beweisen – das mag den Kindern auch später im Leben noch begegnen.

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