Eklat auf dem Wochenmarkt: Händler streiten, weil Kunden sich in die Quere kommen

dzWochenmarkt

Wenn es um die Kunden geht, wird es ernst: Bei Fischhändler Dieter Schröter und Waffelbäcker André Plauk gibt es Streit auf dem Wochenmarkt. Schröters Kunden stehen zu nah an Plauks Café-Bereich, so der Vorwurf.

Unna

, 16.10.2020, 17:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dieter Schröter hat die Faxen dicke: Seit Monaten hat der Fischhändler Streit mit Waffelbäcker André Plauk, weil sich die Kunden der beiden Verkäufer auf dem Unnaer Wochenmarkt in die Quere kommen. Was vor einiger Zeit kaum für Ärger gesorgt hätte, ist durch die Corona-Pandemie zum Problem geworden: Die Abstandsregeln können kaum eingehalten werden; die Händler kämpfen um ihre Kunden.

„Ich kann nicht beeinflussen, zu welcher Uhrzeit meine Käufer kommen oder von welcher Seite sie sich anstellen.“
Dieter Schröter, Fischhändler

Schröter habe langsam genug von dem Ärger, wie er erzählt: „Jeden Markttag habe ich mit Plauk Probleme, weil meine Kunden ihn stören“, sagt er. Wenn sich vor Schröters Fischstand eine lange Schlange bilde, führe diese, je nach dem von welcher Seite die Kunden kommen, auch an Plauks Kaffeestand vorbei - wo seine Kunden gerade ihre Waffeln genießen.

Marktveranstalter: Verantwortung liegt bei dem Händler

Verärgert über die Belästigung seiner Gäste durch Schröters wartende Kunden greife Plauk den Fischhändler dann feindselig an, wie Schröter berichtet: „Ich soll ihm den Verlust zahlen, falls seine Kunden nicht mehr bei ihm Kaffee trinken wollen“, sagt Schröter. „Dabei kann ich ja nicht beeinflussen, zu welcher Uhrzeit meine Käufer kommen oder von welcher Seite sie sich anstellen.“ Noch weniger als sich selbst sieht Schröter seine Kunden in der Verantwortung: „Der begrenzte Platz ist ja nicht die Schuld der Marktbesucher, sondern derjenigen, die ihn betreiben“, sagt er.

Das sieht Daniela Guidara vom Stadtmarketing anders: „Wie in jedem Supermarkt auch, muss der Händler seine Kunden steuern“, sagt sie. „Er muss dafür sorgen, dass die Kunden sich auch bei langen Schlangen corona-konform anstellen - oder ansonsten mehr Mitarbeiter einstellen, damit es schneller geht“, sagt sie. Drei Mitarbeiter stehen jedoch bereits jetzt in dem Fisch-Wagen von Dieter Schröter.

Dieses Mal schlängeln sich die Kunden von Dieter Schröter in die entgegengesetzte Richtung. Oftmals kommen sie jedoch den Kunden am Waffelstand von André Plauk in die Quere.

Dieses Mal schlängeln sich die Kunden von Dieter Schröter in die entgegengesetzte Richtung. Oftmals kommen sie jedoch den Kunden am Waffelstand von André Plauk in die Quere. © Udo Hennes

Dieser sieht das Problem woanders: „Laut Corona-Verordnung muss Plauk als gastronomischer Betrieb seinen Verzehrbereich abgrenzen, etwa mit einem Flatterband oder ähnlichen Absperrungen. So wird das auch auf dem Wochenmarkt in Dortmund gehandhabt“, so Schröter. „Stattdessen sagt er mir, ich soll halbstündlich meine Verkaufstheke schließen, damit sich keine Kundenschlange an seinen Stehtischen bildet.“

Cafébereich ist laut Ordnungsamt corona-konform

Wer letztlich bei dem Streit Recht hat, könne Daniela Guidara als Veranstalterin nicht beurteilen. Gegen etwaige Regeln verstoße Plauk aber nicht, wie sie bestätigt: „Sein Stand ist vom Ordnungsamt abgesegnet, da hat alles seine Richtigkeit“, sagt sie. Als Marktveranstalterin sei sie dennoch bemüht, die Probleme zu regeln. „Wir werden schon eine zufriedenstellende Lösung für beide Betriebe finden,“ Der erste Schritt dahin ist bereits gemacht: Rote Markierungen auf dem Boden sollen Schröters Kunden weg von Plauks Café-Stand in eine andere Richtung lotsen.

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Eine Maßnahme, die Plauk künftig freuen dürfte: Schließlich sei es inakzeptabel, dass Schröters Kundenschlange durch seine Tische führe: „Man muss sich ja auch um seine eigenen Kunden kümmern“, sagt er. Nicht zuletzt deshalb hofft Plauk, dass sich der Streit bald legt. „Eigentlich gibt es kein wildes Problem. Wir haben das, glaube ich, bald geregelt“, sagt er.

Das würde sich auch Schröter wünschen: „Ich will doch nur meine Ruhe haben, statt von Plauk angegriffen zu werden. Und seine Waffeln sind lecker, das gebe ich ja zu.“

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