Kundin Gabriele Henneberg (l.) freut sich, dass ihre Haare wieder eine neue Farbe und einen neuen Schnitt bekommen haben. Friseurin Karoline Bauer (r.) kümmert sich um das Styling. © Udo Hennes
Friseure

Kunden erleichtert nach Lockdown-Lockerung: „Ich habe nur mit Mütze das Haus verlassen“

Am Montag durften Friseure nach wochenlanger Schließung wieder ihre Salons öffnen. Auch Unnas Kunden waren erleichtert; viele hatten sich direkt für den ersten Tag einen Termin gesichert.

Rosi Kollek aus Unna war eine der Ersten. Sie hatte direkt für Montag einen Friseurtermin ergattert und saß gegen 10 Uhr bereits auf dem Frisierstuhl im Salon Emde am Marktplatz in Unna. Nicht nur die Friseure selbst freuen sich, dass ihr Geschäft wieder in Betrieb ist – gerade Kunden wie Rosi Kollek sind erleichtert.

„Ich habe mich sofort gemeldet, als ich gehört hatte, dass die Friseure zum 1. März öffnen. Es hat direkt mit einem Termin geklappt – Gott sei Dank“, sagte Kollek am Montag. Die Erleichterung war der Kundin anzumerken: Gehe sie sonst etwa alle sechs Wochen zum Friseur, habe sie nun zehn Wochen warten müssen. Eine Pause, die sich direkt bemerkbar gemacht habe: „Mit 60 Jahren kommen die weißen Ansätze schnell“, sagte die Kundin.

„Zwei Termine, die ich für Februar vereinbart hatte, mussten bereits verschoben werden.“

Gabriele Henneberg, Kundin

Ehemann habe Kundin während des Lockdowns die Haare geschnitten

Kollek habe sich über die schwierige Zeit hinweggeholfen, indem sie ihre Ansätze alleine nachgefärbt hat; für den Schnitt musste ihr Mann herhalten, wie sie erzählte: „Als es nicht mehr ging, hat er mir die Haare geschnitten. Nun muss meine Friseurin das korrigieren.“ Schließlich sei es für die 60-Jährige wichtig, dass sie auch auf dem Kopf gut aussehe.

Gleicher Meinung war am Montag auch Kundin Gabriele Henneberg. Sie saß ebenfalls am Morgen im Friseursalon Emde, um Schnitt in ihre Haare bringen und den Ansatz nachfärben zu lassen. Dass sie direkt für den Eröffnungstag einen Termin bekommen hatte, sei ihr besonders wichtig gewesen: „Zwei Termine, die ich für Februar vereinbart hatte, mussten bereits verschoben werden“, sagte Henneberg. „Ich sah so schlimm aus, ich habe nur noch mit Mütze das Haus verlassen.“

Auch Männer als Kunden am ersten Tag der Wiedereröffnung

Ähnlich erging es ihrem Mann, der gleich im Anschluss auf Hennebergs Stuhl Platz nehmen durfte. Eigentlich habe er sich noch im Dezember die Haare schneiden lassen wollen, dann sei es aber schon zum Lockdown gekommen. „Auch ich bin froh, dass die Wolle endlich abkommt. Man fühlt sich einfach unwohl“, sagte Henneberg.

Für ihre Kunden arbeiten die Mitarbeiterinnen im Salon Emde in Unna nun auch länger: Statt bis 18.30 Uhr ist der Salon am Markplatz nun bis 20 Uhr geöffnet, die Termine für die kommenden Tage seien schon ausgebucht. Friseure und Kunden freuen sich gleichermaßen darüber: Letztere dürften dann wieder erleichtert vor die Haustüre treten – ohne Mütze, aber mit neuem Haarschnitt.

Über die Autorin
Geboren 1992 mitten im Ruhrgebiet (Bottrop) und aufgewachsen am Rande des Münsterlandes (Dorsten), hat es sie zum Studieren nach Bielefeld verschlagen (die Stadt gibt es wirklich ;-)). Nach beruflichen Zwischenstationen in Braunschweig, Berlin und Aachen ist sie froh, wieder zurück im Pott zu sein und Geschichten für Unna zu schreiben. Wenn sie nicht journalistisch unterwegs ist, hört sie gerne Musik, wandert im Grünen oder faulenzt mit einem guten Buch im Café.
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Vivien Nogaj
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