Kultmoderator überrascht: Ulli Potofski verrät, was ihn mit Unna verbindet

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Kultmoderator, Buchautor und nach eigenem Bekennen der „schlechteste Let‘s-Dance-Teilnehmer aller Zeiten“: Ulli Potofski ist ein Mann mit vielen Facetten. Und er hat eine Verbindung zu Unna.

Unna

, 23.10.2019, 22:28 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es sollte eine Lese- und Medienshow werden, die Ulli Potofski in der Weltbild-Filiale in Unna halten soll. Es wurde ein wahnsinnig unterhaltsamer Abend mit einem nahbaren Mann, der viel zu erzählen hat. Am Mittwochabend verriet er auch ein besonderes Geheimnis.

„Ich bin keiner, der sich da hinsetzt und liest“, verriet der Sportmoderator schon vor Beginn. Das ist gut, denn Potofski (67) könnte aus seinem Leben, das mit seiner Jugend auf Schalke begann, nächtelang erzählen und das Publikum würde noch immer an seinen Lippen kleben.

Zur Person

Sportchef bei RTL plus

  • Ulli Potofski war von 1984 bis 1992 Sportchef bei RTL plus. Dort moderierte er „Anpfiff“, die erste reine Fußballsendung im deutschen Fernsehen.
  • Bekannt ist Ulli Potofski auch als Moderator der Show „Domino Day“ von 1998 bis 2009.
  • Jetzt ist Ulli Potofski Kommentator bei Sky, wo er vor allem von Zweitligaspielen berichtet. Auch beim DFB-Pokal ist er als Kommentator aktiv.
  • Im Jahr 1989 wurde Ulli Potofski als beliebtester TV-Moderator mit einem Bambi ausgezeichnet.
  • Seit 2006 schreibt Ulli Potofski erfolgreich Kinderbücher. Seit einiger Zeit unterstützt ihn dabei DFB-Nationalkeeper Manuel Neuer.
  • Mit „Entscheidend ist auf‘m Platz“ hat er auch ein Fußballbuch geschrieben. Derzeit arbeitet er an seinem ersten Krimi „Verliebt in eine Leiche“.

Dass Potofski auch mal im Unnaer Ortsteil Hemmerde gelebt hat, dürfte kaum jemand in der Kreisstadt wissen. „Ein paar Monate“ seien es gewesen, sagte der Moderator. Damals arbeitete er beim WDR, wo er sieben Jahre lang als Reporter von Bundesligaspielen berichtete.

Dass Potofski überhaupt zu einer Medienfigur wurde, war schon allein eine Überraschung. Er hatte eine Ausbildung zum Koch gemacht, wollte dann aber seinen Idolen bei Radio Luxemburg nacheifern. Eine Qualifikation dafür hatte er nicht, aber jede Menge Mut. Und hartnäckig war er. Und so rief ihn Frank Elstner dann doch an mit dem Angebot, er könne Probeinterviews machen. Dabei lernte er nicht nur Udo Jürgens kennen, sondern überzeugte auch die Radiomacher. Der Weg für ihn war frei.

Der Weg zum Fernsehen

Die wohl entscheidendste Wendung in beruflicher Hinsicht nahm Potofskis Leben 1984. Da landete er bei RTL plus, wurde unverhofft zum Sportchef, verdiente aber genauso viel wie jeder seiner Kollegen. Die vom Privatfernsehen waren Piraten, der Sender wurde geliebt, weil er anders war. Dabei war dort vieles wie in Potofskis Leben: Aus bescheidenen Mitteln musste viel gemacht werden.

„Wir hatten damals 30 Millionen D-Mark für ein Jahr Programm. Das reicht heute noch für einen Tag“, weiß der 67-Jährige. Es wurde viel improvisiert und ausprobiert. Als RTL plus die Exklusivrechte für die Berichterstattung über die Fußball-Bundesliga bekam, dauerte die erste Ausgabe von „Anpfiff“ fünf Stunden. „Wir dachten, die Leute wollten das so“, erklärte Potofski. Wollten sie aber nicht – und so wurde die Sendung immer kürzer.

Kultmoderator überrascht: Ulli Potofski verrät, was ihn mit Unna verbindet

Als Günther Jauch und Marcel Reif ihre mehrfach preisgekrönte Reportage über den „Torfall von Madrid“ am 1. April 1998 ablieferten, war Ulli Potofski dabei. Er war allerdings für den „ernsthaften Part“ zuständig, führte Interviews und sammelte Informationen. Die Preisverleihungen gingen an ihm vorbei. © Dirk Becker

Fast schon tragisch war, dass Potofski beim „Torfall von Madrid“ zwar zum Moderatoren-Team bei RTL gehörte, die Preise aber Günther Jauch und Marcel Reif einheimsten. Sie hatten 76 Minuten lang überbrückt, nachdem ein Tor zusammengebrochen war. „Ich war für den ernsthaften Teil zuständig“, erklärte Potofski. Im Fokus standen aber nur seine beiden Kollegen, die mit viel Humor glänzten.

Ein Mensch mit vielen Facetten

Ulli Potofski ist aber nicht nur Moderator. Er ist auch Kinderbuchautor, hat einen ersten Comic geschrieben. In Unna präsentierte er bereits am Mittwochvormittag einen Teil seiner Bücher den Kindern.

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Mit „Entscheidend ist auf‘m Platz“ gibt es auch schon ein Fußballbuch aus Potofskis Feder. Aktuell arbeitet er an seinem ersten Krimi. „Verliebt in eine Leiche“ wird der heißen und eine wirklich ungewöhnliche Geschichte erzählen. Potofski verriet in Unna schon ein bisschen zum Inhalt, muss aber noch ein bisschen schreiben.

Mit viel Vorfreude blickt Ulli Potofski auch schon auf den Dezember. Dann setzt er gemeinsam mit dem CDU-Politiker Wolfgang Bosbach ein besonderes Projekt um, das „52“ heißen wird – ein Bezug auf das Geburtsjahr der Beiden. Sie werden ihre Lebenswege nebeneinander legen und wichtige Momente aufgreifen. Daraus entstehen ein Hörbuch und ein Buch, das zur Leipziger Buchmesse 2020 vorliegen soll.

Nur eines kann der Moderator nach eigenem Bekenntnis nicht: Tanzen. Trotzdem nahm er 2016 an der Sendung „Let‘s Dance“ teil. Potofski: „Ich war der schlechteste Teilnehmer aller Zeiten. Nicht nur hier, sondern weltweit.“

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