„Causa Kroll“ bringt die Kreistags-SPD in Erklärungsnöte

dzPolitik

Es soll ein „gutes Gespräch“ gewesen sein, das Kreistagsmitglied Ingrid Kroll mit SPD-Fraktionschefin Brigitte Cziehso über ihren möglichen Parteiausschluss geführt hat. Nur: Antworten erhielt sie darin nicht.

Unna

, 06.01.2020, 15:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Gespräch zwischen Ingrid Kroll und Brigitte Cziehso am Montagmorgen hat zumindest keine weitere Eskalation bewirkt. Aber gelöst ist der Konflikt zwischen der Unnaer Kreistagsabgeordneten und der SPD-Fraktion noch nicht.

Kroll hatte die Fraktionsvorsitzende Cziehso getroffen, um Hintergründe einer E-Mail zu erfahren, die die Mitglieder der SPD-Kreistagsfraktion von ihrem Büroleiter Wulf Erdmann erhalten hatte. Erdmann stellte darin klar, dass ein Parteiausschlussverfahren gegen die Unnaer Kreistagsmitglieder Ingrid Kroll und Margarethe Strathoff Sache der Partei und nicht der Fraktion sei. Völlig offen ist, wer eigentlich danach gefragt hatte.

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Ingrid Kroll kennt zwar den Anlass, erkennt aber keinen Grund für ein solches Verfahren: Die E-Mail erfolgte kurz nachdem sie auf einem Pressefoto von der Versammlung des Vereins „Wir für Unna“ ausgemacht worden war. Der Bürgerverein will bei der Kommunalwahl im September eigene Kandidaten aufstellen. Kroll jedoch beteuert, dass sie kein Mitglied, sondern nur als Ortsvorsteherin zu Gast gewesen sei.

SPD-Fraktionschefin sichert Kroll Stellungnahme zu

Nun will Kroll aufdecken, wer in der Fraktion nach einem Parteiausschluss gefragt haben könnte. Das Gespräch mit der Fraktionsvorsitzenden Brigitte Cziehso bewertet sie als „gut“, doch eine Antwort auf ihre Frage habe sie nicht erhalten. Cziehso habe ihr zumindest zugesagt, dass es dazu eine Stellungnahme geben werde, und zwar sowohl innerhalb der Fraktion als auch gegenüber der Öffentlichkeit. Zuständig dafür werde Wulf Erdmann sein.

Dass Cziehso Krolls Frage noch nicht beantwortet hat, überrascht. Das Gespräch fand bei einem im Vorfeld vereinbarten Treffen statt, für das Kroll sogar öffentlich ihre Erwartungshaltung beschrieben hat. Vorbereitungszeit wäre an sich gewesen.

Offen ist nun nicht nur der Inhalt der Stellungnahme, sondern der Zeitpunkt, an dem sie erfolgt. Büroleiter Wulf Erdmann war für unsere Redaktion am Montag nicht zu erreichen.

Noch ist für Kroll das Tischtuch nicht zerschnitten

Ingrid Kroll gibt den Genossen noch Zeit. Erst nach der Stellungnahme und angesichts ihres Inhaltes werde sie entscheiden, wie es für sie weitergeht. Margarethe Strathoff, die in der Mail ebenfalls erwähnt war, ist kurz nach deren Bekanntwerden aus der Kreistagsfraktion der SPD und aus der Partei ausgetreten. Ingrid Kroll machte bislang immer eine strikte Unterscheidung zwischen der SPD im Ganzen und der Situation vor Ort. Auch ihren Sitz im Rat der Stadt besetzt sie inzwischen als Fraktionslose.

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