Streit um den „Hoffmann-Baum“ schafft Spannungen in der SPD

dzGedenken

In seiner Partei war SPD-Mann Michael Hoffmann eine polarisierende Figur. Und das ist er auch noch fünf Jahre nach seinem Tod. Die Frage nach einem Denkmal wird zum Streit im SPD-Ortsverein.

Unna

, 05.09.2019, 12:21 Uhr / Lesedauer: 2 min

Unnas Ortsvorsteherin Ingrid Kroll reißt offenbar der Geduldsfaden angesichts der Diskussion um einen Michael-Hoffmann-Baum im Sitzkreis am Alten Markt: „Ich finde die Äußerungen dazu scheinheilig. Wenn jemand ein Problem damit hat, Michael die Ehre zu erweisen, dann soll er es einfach offen sagen und sich nicht hinter vorgeschobenen Argumenten verstecken.“

Ortsvorsteherin rügt auch eigene Parteifreunde

Krolls Kritik richtet sich an einen parteiübergreifendenden Adressatenkreis: An den CDU-Fraktionsvorsitzenden Rudolf Fröhlich, der erst einmal einen Arbeitskreis gründen will, aber auch an ihren eigenen Parteigenossen Bernd Dreisbusch. Dreisbusch ist Hoffmanns indirekter Nachfolger als Fraktionsvorsitzender der SPD im Stadtrat, aber auch Krolls Nachfolger als Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Oberstadt.

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Bedenken, die Dreisbusch gegen die Idee eines Michael-Hoffmann-Baumes angeführt hat, kann die frühere Weggefährtin Hoffmanns nicht nachvollziehen. „Herr Dreisbusch argumentiert damit, dass dort Menschen sitzen und einen Pizzakarton liegen lassen können. Vielleicht sollte er in Betracht ziehen, dass wir auch ein großes Ehrenmal im Stadtgarten haben. Der Alte Markt ist zudem der Ort in der Stadt, der noch am regelmäßigsten gereinigt wird“, so Kroll.

Vorgetragen worden war die Idee eines Michael-Hoffmann-Baumes von dem Verein „Wir für Unna“, in dem auch Kroll aktiv ist. Vorstandsmitglied Christoph Tetzner schaltet sich in die Diskussion mit kritischen Tönen ein, macht aber auch den Versuch, die widerstreitenden Positionen zusammenzuführen.

Vorschlag war mit Hoffmanns Familie abgesprochen

Im Einklang auch mit Ingrid Kroll stellt Christoph Tetzner klar, dass der Vorschlag für einen Baum zu Ehren von Michael Hoffmann auch mit der Familie des verstorbenen SPD-Mannes besprochen worden sei und von ihr gutgeheißen werde. „Wir für Unna“ wolle ausdrücklich nicht in die Erinnerungskultur der SPD eingreifen, stellt aber fest, dass vonseiten der Partei bislang noch gar kein Vorschlag für ein Gedenken an die Familie herangetragen worden sei. Die Idee der CDU, die Erinnerungskultur in Unna grundlegend in einem Arbeitskreis zu behandeln, finde aber die Unterstützung des Vereins.

Sowohl der Verein als auch Ingrid Kroll bieten sich nun an, eine etwaige Pflanzung im Rodell am Markt auch finanziell zu unterstützen. Sinnvoll sei ein Baum dort ohnehin.

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