Nach Billmerich-Einsatz: Kripo braucht Zeit für Brief-Untersuchung - Post kann nicht helfen

dzBackpulver

Während der Schulbetrieb in Billmerich nach dem ABC-Einsatz regulär weiterläuft, sucht die Polizei Spuren am Briefumschlag. Das wird dauern. Die Post, die in diesem Fall missbraucht wurde, kann nicht helfen.

Unna

, 15.01.2020, 13:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war wieder einmal ein Briefumschlag mit einem Pulver, wieder einmal harmlos, der einen umfangreichen ABC-Einsatz ausgelöst hat. Am Dienstagmorgen traf es die Liedbachschule in Billmerich, deren Leitung nach dem Öffnen des Briefs Alarm geben musste. Der Schulbetrieb läuft längst ganz normal weiter, unterdessen will die Polizei zumindest versuchen, einen Verursacher des Vorfalls zu finden.

Polizei sucht Fingerabdrücke und DNA-Spuren

Das Kuvert wurde am Dienstagvormittag von der Feuerwehr an die Polizei übergeben und ist ein Fall für die Kriminaltechniker in Unna. Es werde auf Fingerabdrücke und DNA-Spuren untersucht, bestätigte Polizeisprecher Christian Stein. Mit schnellen Ergebnissen sei nicht zu rechnen. Der Brief-Vorfall habe in der Behörde zwar Priorität, aber nicht die allerhöchste, so Stein, da von dem Umschlag keine Gefahr ausgegangen ist. Sprich: Es gibt dringendere Ermittlungen.

Umschlag als Beweismittel nicht perfekt

Diese ist obendrein aufwendig. Nachdem der unbekannte Absender den Brief frankiert und aufgegeben hat, hatten ihn sehr wahrscheinlich zahlreiche andere Menschen in den Händen. Sollten tatsächlich Fingerabdrücke gefunden werden, müssten alle Personen ausgeschlossen werden, die nicht als Täter infrage kommen.

Das Kuvert hat als Beweismittel auch gelitten: Es habe einiges „mitgemacht“, so Polizeisprecher Stein. Die Feuerwehr behandelte den Brief völlig korrekt vor allem als mögliches Gefahrgut, dann als Objekt der Laboruntersuchung. All das erleichtere nun die Spurensuche nicht unbedingt.

Nach Billmerich-Einsatz: Kripo braucht Zeit für Brief-Untersuchung - Post kann nicht helfen

In einem mobilen Labor der Dortmunder Feuerwehr wurde der zunächst verdächtige Brief untersucht. Sein Inhalt erwies sich als harmlos: Backpulver © Marcel Drawe

Post würde helfen, kann es aber nicht

Das Unternehmen, das den Brief-Anschlag unfreiwillig möglich gemacht hat, ist die Post. Sie versichert, dass sie generell im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten mit Ermittlungsbehörden zusammenarbeite. Die Möglichkeiten sind aber begrenzt. Ein Brief ohne Absenderadresse könne nicht zurückverfolgt werden, erklärte ein Postsprecher auf Anfrage unserer Redaktion.

Es gibt keine Inhaltsprüfung

Die Vorbeugung ist auch schwierig. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Deutschen Post nennen verschiedene Dinge, die nicht in Briefen versendet werden dürfen. Darunter sind unter anderem Bargeld und Edelsteine, die meisten lebenden Tiere, Dinge, die Sachschäden hervorrufen, die Personen verletzen oder infizieren können. Backpulver ist nicht darunter. Die Post kann Sendungen aber auch nicht auf möglicherweise gefährliche oder verbotene Inhalte überprüfen, bestätigte der Sprecher.

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