Zebrastreifen statt Ampel am Kreisverkehr: Grüne machen Verkehrswende zum Wahlkampfthema

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Unnas Grüne eröffnen den Wahlkampf: Mit einerm Alternativvorschlag zur Verkehrssituation am Kreishauskreisel wollen sie die Verkehrswende zum Wahlkampfthema machen.

Unna

, 11.09.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass die Grünen in Unna eine Fußgänger- und Radfahrer-freundliche Verkehrspolitik fordern, ist nicht neu. Jetzt machen sie die Verkehrswende zum Wahlkampfthema - und eröffnen damit den politischen Schlagabtausch im Vorfeld der Kommunalwahl 2020. Aktueller Anlass: Die verkehrspolitischen Entscheidungen rund um das geplante Einkaufscenter an der Mühle Bremme.

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„Die Ampelregelung am Kreisverkehr am Kreishaus ist der falsche Weg“, sagt die Fraktionsvorsitzende Charlotte Kunert. „Sie ordnet den Fußgänger- und Radverkehr dem Autoverkehr komplett unter.“ Der verbesserte Verkehrsfluss, der seit Beginn des Verkehrsversuches mit der Ampelregelung laut einem von der Stadt beauftragten Gutachters zu beobachten ist, gehe „nicht maßgeblich von der Ampelregelung aus“, so die Meinung der Grünen. Vielmehr sei es die Verschiebung der Querung, die den Verkehrsfluss verbessere.

Zebrastreifen statt Ampel am Kreisverkehr: Grüne machen Verkehrswende zum Wahlkampfthema

Carsten Morgenthal. © Archiv

Personalie

Morgenthal jetzt Fraktions- und Parteimitglied

  • Passend zum selbst ausgerufenen Wahlkampfauftakt haben die Unnaer Grünen jetzt auch ganz offiziell Verstärkung bekommen: Carsten Morgenthal, der im Juli 2018 aus der CDU-Fraktion und Partei ausgetreten war und sich den Grünen als Fraktionshospitant angeschlossen hatte, ist jetzt auch Partei- und Fraktionsmitglied.
  • „Ich habe in dem einen Jahr festgestellt, dass das stimmt, was ich vermutet habe: Mein Politikverständnis passt zu dem der Grünen“, sagt Morgenthal. Fraktionschefin Kunert freut sich: „Mit seinem Fachwissen ist Carsten Morgenthal ein Gewinn für unsere Fraktion.“

Dadurch, dass Fußgänger und Radfahrer die Viktoriastraße nun in einem größeren Abstand zum Kreisverkehr als bisher kreuzten, sei es möglich, dass nun bis zu sechs Autos warten können, ohne im Kreisverkehr zu stehen und so den Verkehr zu blockieren. Zu dieser Einschätzung kommt ein eigener Gutachter, den die Grünen beauftragt haben. Er wird am Donnerstag in der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses ebenso zu Gast sein wie der von der Stadt beauftragte Gutachter.

Mit einem Antrag wollen die Grünen erreichen, dass die derzeit noch als Versuch angelegte Ampelregelung nicht als Dauerlösung installiert wird. Stattdessen schlagen sie vor, einen Zebrastreifen beizubehalten - den aber an der neuen Stelle, um den größeren Abstand zum Kreisverkehr. „Wir können Fußgänger und Radfahrer doch nicht noch mehr einschränken“, findet Kunert, „vor allem, wenn man bedenkt, was an Verkehr noch dazukommen wird, wenn das Einkaufszentrum an der Mühle Bremme erst gebaut ist.“

Die Grünen wollen ihren Antrag zum Kreisverkehr als Auftakt für ein großes Verkehrskonzept für die ganze Stadt verstanden wissen - und damit bewusst schon früh ein Wahlkampfthema setzen. „Die Verkehrswende ist das große Thema, das alle Bürger bewegt. Damit müssen wir uns auseinandersetzen. Wir möchten mit den Bürgern Ideen entwickeln, was sich in Unna ändern muss“, sagt Kunert.

Einen eigenen Bürgermeisterkandidaten wollen die Grünen ebenfalls bei der Kommunalwahl 2020 ins Rennen schicken. „Es gibt mehrere Personen, die da im Gespräch sind. Anfang 2020 werden wir unsere Kandidatin oder unseren Kandidaten präsentieren.“

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