Kreishauskreisel mit Fußgängerampel ist auch sicherer als ohne

dzVerkehrsgutachten

Eine Fußgängerampel an der Viktoriastraße macht den Kreishauskreisel etwas leistungsfähiger. Sie macht ihn aber auch sicherer – ein weiterer Grund für eine Dauerlösung.

Unna

, 15.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Stehen Autos weniger im Stau am Kreishauskreisel, wenn der Fußgängerverkehr an der Viktoriastraße durch eine Ampel geregelt wird? Ein von der Stadt bestellter Gutachter kommt zu dem Schluss: Staus nehmen dadurch zwar nicht ab, sind aber kürzer. Der Gutachter nennt einen weiteren Grund für den Stadtrat, eine dauerhafte Fußgängerampel einzurichten: die Sicherheit.

Der Gutachter ermittelte, wie der Verkehrsfluss um den Kreisel vor dem provisorischen Querungsumbau mit Ampel funktionierte, und wie nachher. Genauso untersuchte er auch Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit. Ergebnis: Dadurch, dass die Überquerung der Viktoriastraße für Fußgänger und Radfahrer mit einer Ampel geregelt wird, verringere sich die Anzahl der Konfliktsituationen, resümiert der Gutachter. Gemeint sind Konflikte zwischen Autos, Radfahrern und Fußgängern.

Regelverstöße und Ausweichmanöver

Die Fachleute zählten Regelverstöße und Manöver zur Unfallvermeidung wie Bremsen, Beschleunigen oder Ausweichen, auch plötzliches Stehenbleiben oder Rückwärtsgehen von Fußgängern. Vor dem Versuchsaufbau mit der Ampel ermittelten sie an einem 13-Stunden-Zähltag 293 Konflikte bei 3872 Fußgängern und Radfahrern. Bei einer Zählung nachher mit Ampel wurden 204 Konflikte bei 3210 Radlern und Fußgängern gezählt. Die Gutachter setzten die Summe der Konfliktsituationen ins Verhältnis mit der Anzahl der Radler und Fußgänger. Sie errechneten so eine „Konfliktrate“ von 0,076 vorher und eine günstigere Rate von 0,064 nahher, also ein um 16 Prozent geringeres Risiko mit der neuen Verkehrsführung.

Außerdem lohnt ein Blick in die Art der Konflikte. Kollisionen wurden bei keiner der Zählungen beobachtet. Die meisten kritischen Situationen bei der alten Verkehrsführung waren Beinahe-Zusammenstöße oder erkennbare Manöver, um eine Kollision zu verhindern („Kategorie 1“ oder „2“). Bei der neuen Verkehrsführung mit Ampel dominierte die „Kategorie 0“, also folgenlose Regelverstöße: Fußgänger oder Radfahrer überquerten die Fahrbahn außerhalb der Ampelfurt oder während die Ampel Rot zeigte.

Restrisiko durch unbequeme Kanten

Offenbar geht man davon aus, dass auch dieses geringe Konfliktpotenzial noch reduziert werden kann, wenn die Ampelquerung dauerhaft eingerichtet wird. Laut Gutachten sind die Verstöße hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass die Querung bisher nur provisorisch und damit mangelhaft ist. Fußgänger und insbesondere Radfahrer querten die Viktoriastraße lieber an der Einmündung Friedrich-Ebert-Straße, da dort der Fahrbahnrand abgesenkt ist, an der Ampelquerung bisher nicht.

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