Intelligente Ampel für weniger Wartezeit an der Viktoriastraße in Unna

dzKreishauskreisel

Die Verkehrsführung am Kreishauskreisel hat Befürworter und Gegner. Die langfristige Planung kann einen Teil der Kritik verstummen lassen: Sie soll auch dem Fuß- und Radverkehr mehr Komfort bringen.

Unna

, 02.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Wo zwei Verkehre sich kreuzen, müssen die einen anhalten, wenn die anderen gehen oder rollen. An der Viktoria-Ausfahrt des Kreishauskreisels stoppt seit Januar zwischenzeitlich die Ampel den Fuß- und Radverkehr, damit Autos fahren können. Motorisierten Verkehr hat diese provisorische Ampelkreuzung ein wenig flüssiger gemacht. Dass im Gegenzug Fußgänger und Radfahrer in vielen Situationen warten müssen, ist eigentlich logisch, aber auch Gegenstand von Kritik. Ein Blick in die Zukunft mag Kritiker ein wenig besänftigen: Die Ampelquerung soll nicht auf Dauer so funktionieren wie jetzt.

Eine Ampel für Fußgänger und Fahrradfahrer dauerhaft einzurichten, ist eine Empfehlung des Verkehrsgutachters. Politisch beschlossen ist das bisher nicht, es gilt aber als wahrscheinlich, dass der Stadtrat der Gutachterempfehlung folgen wird. Der Fachmann rät der Stadt auch dazu, die Querung auf Dauer technisch an einigen Stellen besser zu machen – besser für Fußgänger und Radfahrer.

Unnötige Wartezeiten

Diese Empfehlung, die im Verkehrsgutachten nachzulesen ist, bezieht sich zum Einen auf die Ampelschaltung. Derzeit funktioniert sie so: Der Fußgänger drückt den Knopf und erhält Grün nach zehn bis 50 Sekunden. Die Grünphase dauert zehn Sekunden, nach weiteren zehn Sekunden springt die Ampel für den Autoverkehr wieder auf Grün, und dieser darf rollen für mindestens 50 Sekunden. So lange müssen Fußgänger wiederum warten, bis die Ampel für sie wieder reagiert. Der Gutachter bestätigt in seiner Beschreibung, was viele Fußgänger wahrnehmen: „unnötige Wartezeiten“, wenn niemand gehen darf, selbst wenn kaum oder keine Autos unterwegs sind. Das Problem liegt daran, dass die Ampel nicht bedarfsgerecht geschaltet ist. Eine Dauerlösung, so der Gutachter, sollte ein System zur Erfassung des Verkehrs haben. Die Ampel sollte auf tageszeitliche Schwankungen des Verkehrs reagieren mit unterschiedlichen Programmen für Grün- und Rotphasen, und so zu mehr Akzeptanz beitragen.

Intelligente Ampel für weniger Wartezeit an der Viktoriastraße in Unna

Die Querung ist bisher provisorisch und deswegen an manchen Stellen schwer nutzbar für Menschen auf Rädern. Für die Zukunft schlägt Unnas Verkehrsgutachter Barrierefreiheit vor. © Udo Hennes

Mängel bei der Barrierefreiheit

Außerdem müsste eine dauerhafte Querung barrierefrei sein – anders als jetzt. Derzeit müssen alle Nutzer der Furt kleine Rampen bewältigen, was für Radfahrer womöglich unkomfortabel, für Rollstuhlfahrer mindestens schwierig ist. Derzeit sind diese Unebenheiten nach Beobachtungen des Gutachters noch Gründe für Konflikte: Mancher Radfahrer fahre an der Furt vorbei, denn die Absenkungen an den Fahrbahnrändern hätten eine „mangelhafte Befahrbarkeit“.

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