Kreis Unna will die Altlasten in der Massener Senke unter die Lupe nehmen

dzAlte Deponie

Mit der alten Mülldeponie in der Massener Senke befasst sich auch der Kreis Unna. Er bittet das Amtsgericht um Zusendung des neuen Gutachtens. Seine Rechtsposition macht der Kreis bereits klar.

Unna

, 05.09.2019, 12:04 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als „Verdachtsfläche“ für Altlasten ist die Massener Senke bekannt und erfasst. Seit 1988 steht sie in einem Kataster des Kreises. Doch erst jetzt wurde die Liegenschaft gründlicher untersucht – mit bedenklichen Befunden.

Als ein Geologe Bodenproben nahm, reichte ihm an zwei Bohrlöchern bereits seine Nase, um einen potenziell gefährlichen Gasaustritt zu wittern. Es roch nach Fäulnis und Motorenöl. Dies deckt sich mit den auch vom Kreis bereits in den 1980er-Jahren festgehaltenen Zeitzeugenberichten, nach denen in der Massener Senke so ziemlich alles abgekippt wurde, was in der Region an Müll anfiel.

Die neue Expertise war nicht aus umweltpolitischen Gründen erstellt worden, sondern erreicht die Kreisverwaltung nun über einen Nebenweg. Weil die Ackerflächen an der Bismarckstraße zur Zwangsversteigerung stehen, hat das Amtsgericht Unna wie in allen Verfahren einen Sachverständigen für die Wertermittlung beauftragt.

Dieser Experte holte eine Altlastenauskunft bei der Katasterstelle des Kreises ein, erfuhr so von der Einstufung als Verdachtsfläche und ließ einen Geologen nachprüfen. Sein Ergebnis wiederum interessiert nun auch die Behörden. „Wir haben das Gutachten beim Gericht angefordert und werden es nach Eingang gründlich prüfen“, bestätigte Kreissprecher Max Rolke gegenüber unserer Redaktion.

Der Gutachter sieht durchaus Handlungsbedarf. Seiner Einschätzung nach sollte eine weitere Erdschicht auf die Felder gezogen werden, weil die Bodendecke zwischen der Müllmasse und der Ackerkrume doch recht dünn ist. Zudem schlägt er eine dauerhafte Bodenentlüftung vor, damit explosive Gase langsam entweichen können.

Käufer übernimmt auch Verantwortung für den Müll

Ob der Kreis diese Einschätzung teilt und entsprechende Maßnahmen einfordert, wird erst nach Prüfung des Gutachtens feststehen. Eine Rechtsposition dazu sei aber unstrittig: „Wer das Grundstück erwirbt, übernimmt damit auch den Müll und alle Verpflichtungen, die daraus entstehen“, so Kreissprecher Rolke.

Für die Zwangsversteigerung am 22. November ist der Verkehrswert der Fläche daher auf nur einen Euro angesetzt, denn die Sanierungskosten können in die Millionen gehen.

Die Massener Senke war als Bergsenkung im Kohle-Abbaufeld Massener Tiefbau entstanden. Über Jahrzehnte lag sie als See idyllisch in der Landschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der See mit Müll verfüllt.

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