Kartellamt verbietet Fusion der Soester Krankenhäuser – Unna bleibt optimistisch

dzKrankenhäuser

Die Unnaer Krankenhäuser planen ihren Zusammenschluss. Noch offen ist, was das Kartellamt zu der Fusion sagt. Ein Beschluss der Wettbewerbshüter zum Standort Soest gibt Anlass zur Sorge.

Unna

, 23.01.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Evangelische Krankenhaus (EK) und das Katharinen-Hospital (KK) in Unna planen ihre Fusion. Seit geraumer Zeit laufen die Planungen für einen Zusammenschluss, was beide Häuser im November 2018 bekannt gegeben hatten. Nachrichten aus Soest geben nun Anlass zur Sorge, ob die Fusion überhaupt erlaubt wird.

Kartellamt: Großkrankenhaus in Soest wäre „marktbeherrschend“

In Soest gab es Fusionspläne, die mit denen in Unna durchaus vergleichbar sind. Das städtische Krankenhaus und das Marienkrankenhaus sollten zusammengeschlossen werden. Dieses Projekt ist nun geplatzt.

Das Bundeskartellamt muss einer solchen Krankenhausfusion zustimmen, und für Soest liegt nun das Ergebnis einer Voranfrage vor: Die Behörde gehe davon aus, dass durch die Fusion eine „marktbeherrschende Stellung“ entstehen würde.

Das bestätigten die beiden Unnaer Krankenhäuser nun in einer gemeinsamen Presseerklärung. Das Marienkrankenhaus Soest gehört wie das Katharinen-Hospital Unna zum Katholischen Hospitalverbund Hellweg.

Prüfung für Fusion in Unna läuft noch

Die Unnaer Häuser aber lassen in diesem Zusammenhang erkennen, dass sie der geplanten Fusion in Unna nach wie vor optimistisch entgegenblicken. Die Voranfrage zum Zusammenschluss werde vom Bundeskartellamt noch geprüft, es liege noch kein Ergebnis vor.

Die Behörde nehme derzeit „weitergehende Wettbewerbsbetrachtungen“ vor, wie das Kartellamt laut Mitteilung der Unnaer Krankenhäuser erklärt habe. Diese Aussage zum Standort Unna „interpretieren die Geschäftsführungen beider Häuser zum jetzigen Zeitpunkt positiv“. Die Absage für das Soester Projekt berühre die Arbeit für den Zusammenschluss von EK und KK nicht.

Sicherung des Gesundheitsstandorts Unna

Dieser Zusammenschluss gilt als nötig vor dem Hintergrund der Rahmenbedingungen des Gesundheitssystems: Größere Einheiten sind politisch erwünscht. Die Fusion gilt auch als wesentlicher Beitrag zur Sicherung des Krankenhausstandorts Unna.

Man wolle die Struktur der Notfallversorgung verbessern, was die jeweiligen Häuser allein nicht schafften, hieß es bei der Bekanntgabe der Planungen. Auch wollen die beiden Häuser als dann größeres Krankenhaus gemeinsam ihr Leistungsspektrum ausbauen und als Arbeitgeber attraktiver werden.

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Fusion in Unna geplant für Mitte 2020

Die 1900 Angestellten beider Krankenhäuser sollen weder Sorge um ihre Arbeitsplätze noch um ihre Gehälter haben. Die medizinische Versorgung für den Raum Unna soll eher verbessert als reduziert werden.

EK und KK hatten zuletzt erklärt, die Fusion voraussichtlich zur Jahresmitte 2020 abschließen zu wollen.

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