Unnas Krankenhäuser planen die Fusion für Mitte 2020

dzChristliches Klinikum Unna

Auf dem Weg zur Fusion machen die Unnaer Krankenhäuser Fortschritte. Das „Christliche Klinikum Unna“ könnte Mitte 2020 den Betrieb von Katharinen-Hospital und Evangelischem Krankenhaus übernehmen.

Unna

, 09.10.2019, 18:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit fast einem Jahr verhandeln und beraten Katharinen-Hospital und Evangelisches Krankenhaus Unna über einen Zusammenschluss. „Konzentriert, ruhig und dennoch auf Hochtouren“ seien die Gespräche bislang verlaufen, geben die Geschäftsführungen und Aufsichtsgremien der beiden Häuser nun gemeinsam einen Sachstand. Derzeit könne ein Abschluss der Fusion zur Jahresmitte 2020 angenommen werden, vorbehaltlich der Zustimmung durch das Bundeskartellamt.

Mit dem Zusammenschluss wollen sich die beiden Krankenhäuser an die rechtlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen anpassen. Die 1900 Beschäftigten beider Häuser sollen zu unveränderten Konditionen übernommen, vermutlich sogar weitere Kollegen eingestellt werden. „Es soll nicht weniger Medizin, sondern mehr Medizin für Unna geben“, betont Christian Larisch, Geschäftsführer des Katharinen-Hospitals.

KK-Chef verspricht: „Mehr Medizin für Unna“

Wie sich das medizinische Angebot konkret entwickeln wird, soll erst nach dem gesellschaftsrechtlichen Teil der Fusion erarbeitet werden. Große Umbrüche sind nicht zu erwarten: Schon in den vergangenen Jahren haben die beiden Häuser eine Art Arbeitsteilung praktiziert. Bei Angeboten, die über das klassische Grundangebot eines Krankenhauses hinaus gehen, hatten die Häuser Doppelstrukturen abgebaut, um sich keine Konkurrenz zu machen. So hatte zum Beispiel das Evangelische Krankenhaus seine Gynäkologie aufgegeben, aber die Orthopädie deutlich ausgeweitet und verstärkt.

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Neue Impulse könnten zukünftig von einer interdisziplinären Zusammenarbeit von Fachabteilungen ausgehen, die zurzeit noch in den getrennten Häusern angesiedelt sind. Beispiele für Fälle, in denen Ärzte von EK und KK bei der Versorgung eines Patienten zusammengearbeitet haben, gibt es vereinzelt bereits, und die Geschäftsführungen beider Häuser rechnen auch dies der gemeinsamen Basis zu, die derzeit durch die Verhandlungen entsteht.

Arbeitstitel „Christliches Klinikum Unna“

Räumlich bleiben die Fachabteilungen auf die heute zwei Krankenhausstandorte verteilt. Der Name „Christliches Klinikum Unna“ gilt zurzeit noch als Arbeitstitel, der allerdings gute Chancen darauf hat, tatsächlich zum Namen des neuen Krankenhauses zu werden.

„Das Christliche ist das, was uns verbindet und was die Werte beschreibt, für die wir stehen“, erklärte Guido Ponto, Verwaltungsratsvorsitzender des Katholischen Hospitalverbundes Hellweg, dem das Katharinen-Hospital angehört, zusammen mit Klaus Moßmeier, dem Stiftungsratsvorsitzenden des EK. Dementsprechend würde das neue Krankenhaus als gemeinnützige GmbH geführt, die keine Gewinne ausschüttet.

Rechtlich würde die Fusion durch einen Anschluss des EK an das KK geschehen, das dann in eine neue Gesellschaft umbenannt wird. Die Stiftung des Evangelischen Krankenhauses würde in der gGmbH in den Kreis der Gesellschafter eintreten.

Bei zwei Krankenhäusern in einer Stadt wie Unna erscheint die Fusion sinnvoll

Rahmenbedingungen in der Krankenhausentwicklung würden es bei den Gegebenheiten in Unna nahelegen, die beiden Krankenhäuser zu vereinen, erklärt Dr. Dietmar Herberhold, Stiftungsvorstand des Evangelischen Krankenhauses. Der Mediziner veranschaulicht es an einem Beispiel: Wenn rechtliche Vorgaben dazu führen, dass nur noch eines von zwei Krankenhäusern in Unna eine Notaufnahme betreiben kann, wären auch alle daran angedockten Angebote der Notfallversorgung betroffen. Umgekehrt gebe es aber eine Reihe von Vorteilen durch die künftige Unternehmensgröße: Mehr Flexibilität bei der Dienstplanung etwa, eine höhere Attraktivität als Arbeitgeber, aber auch kürzere Wege für Patienten beim Übergang zwischen Kliniken, die heute noch unterschiedlichen Gesellschaften angehören.

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