Krankenhaus als Lehrbetrieb, Arbeitgeber und Kita braucht Platz – und die Nicolaischule

dzChristliches Klinikum

Die Planungen für einen Umbau der Unnaer Krankenhauslandschaft sind umfangreich. Mit Ausbildung, Wohnen und Kinderbetreuung im Hinterkopf denken die Planer groß. Sie brauchen die Nicolaischule.

Unna

, 21.06.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Christliche Klinikum Unna will sich für die Zukunft aufstellen und braucht dafür mehr Platz. Der Blick richtet sich nicht nur auf die eigentlichen Klinikgrundstücke. Die Stadt Unna soll den Krankenhaus-Verantwortlichen möglichst schnell eine verlässliche Perspektive für die Nicolaischule geben.

Über 500 Auszubildende in Gesundheitsberufen

Das Evangelische Krankenhaus (EK) und das Katharinen-Hospital (KK), die zum Christlichen Klinikum fusionieren, sind mit zusammen 1800 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber der Region. Sie stehen auch für einen beachtlichen Ausbildungsbetrieb.

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Die Schule für Gesundheitsberufe im Hospitalverbund Hellweg leistet die Ausbildung für die beiden Krankenhäuser in Unna sowie für die Hospitalverbund-Standorte Werl und Soest. Auf über 550 Plätzen werden Alten- und Krankenpfleger, aber auch andere Gesundheitsfachleute wie Physiotherapeuten ausgebildet. Und diesen ganzen Schulungsbetrieb würden die Verantwortlichen gern an einem Standort bündeln: in Unna, schräg gegenüber dem Katharinen-Hospital.

Krankenhaus will Gebäude der Nicolaischule übernehmen

Der Krankenhausverbund will die Immobilie der Nicolaischule von der Stadt Unna übernehmen. Bekanntlich soll der Grundschulstandort aufgegeben werden, wenn am Hertinger Tor eine neue Schule fertiggestellt ist. Die Stadt plant, diese Schule im Jahr 2023 zu eröffnen. Die Krankenhaus-Chefs äußerten nun die Hoffnung, dass dieser Zeitplan eingehalten wird. Im Zuge der Corona-Krise war kürzlich sogar eine Partei-Diskussion aufgekommen, ob die Stadt kostspielige Bauprojekte wie die Schule nicht verschieben sollte.

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Dafür gibt es politisch wohl keine Mehrheit, eine zeitnahe Zusage zur Übernahme der Nicolaischule wäre aus Krankenhaus-Sicht aber wünschenswert. „Wir brauchen Planungssicherheit“, sagt Christian Larisch, Geschäftsführer des Hospitalverbunds.

Dessen Überlegungen gehen in die Richtung, das alte Schulgebäude zu modernisieren und zu erweitern. Würde der Lehrbetrieb in Unna zusammengezogen, müssten aus zwölf Klassenräumen 15 werden.

Mit dem „Kathrinchen“ war das Katharinen-Hospital einst Vorreiter in Unna, was Kinderbetreuung für Mitarbeiter angeht. Das Klinikum würde die Großtagespflegestelle gern in einem Neubau direkt am Krankenhaus unterbringen.

Mit dem „Kathrinchen“ war das Katharinen-Hospital einst Vorreiter in Unna, was Kinderbetreuung für Mitarbeiter angeht. Das Klinikum würde die Großtagespflegestelle gern in einem Neubau direkt am Krankenhaus unterbringen. © Archiv

Kinderbetreuung am liebsten in Neubau am Krankenhaus

Das Klinikum will als Ausbildungsbetrieb noch attraktiver werden – wie als Arbeitgeber überhaupt. Bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf spielt Kinderbetreuung eine große Rolle. Deswegen hatte das Katharinen-Hospital vor einigen Jahren schon Unnas erste Großtagespflegestelle eröffnet, einen Quasi-Betriebskindergarten mit dem Namen „Kathrinchen“. Das Haus ist im Rutental, eineinhalb Kilometer vom Krankenhaus entfernt.

Ideal wäre eine Kinderbetreuungseinrichtung direkt am Haus, erklärt Larisch. An der Oberen Husemannstraße 6 wäre das möglich. Ein altes Haus hatte der Hospitalverbund dort auf der Straßenecke abreißen lassen. An dieser Stelle könnte demnächst ein Neubau entstehen. Darin würde die Kindertagespflege untergebracht.

Wettbewerb um die Ärzte von morgen

Und es wären weitere Angebote denkbar, um im Wettbewerb um Talente am Standort Unna gute Karten zu haben. Den Planern schwebt ein Ersatzbau für das alte Personalwohnheim auf dem KK-Gelände vor. Dieses Gebäude müsste ohnehin weichen, wenn die Planung für einen großen Krankenhausanbau umgesetzt wird.

Das Personalwohnheim am Katharinen-Hospital soll abgerissen werden, wenn das entstehende Christliche Klinikum Unna seine ambitionierten Ausbauplanungen umsetzen kann.

Das Personalwohnheim am Katharinen-Hospital soll abgerissen werden, wenn das entstehende Christliche Klinikum Unna seine ambitionierten Ausbauplanungen umsetzen kann. © Udo Hennes

Geplant sind Wohnungen für Mitarbeiter und eine WG für Medizinstudenten im Praktischen Jahr (PJ). Die PJler seien schließlich die „Ärzte von morgen“, sagt Larisch.

Die Suche nach neuen Medizinern laufe von Unna aus längst deutschlandweit, so Larisch, künftig sicher mehr und mehr weltweit. Und neben einem modernen Krankenhaus sei auch eine gute Wohnstätte für Übergangszeiten in diesem Wettbewerb ein gutes Argument.

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