Bewusster Einkauf

Konzept der Marktschwärmerei Unna geht auf

Produkte im Internet bestellen, sie dann aber ganz frisch und gebündelt abholen, ohne das Lebensmittel verschwendet werden – das macht die Marktschwärmerei möglich. Kunden sind begeistert.
Christian Weinbrenner kontrolliert bei der Übergabe der bestellten Waren noch einmal, ob auch wirklich nichts fehlt. © Dirk Becker

Donnerstag ist Marktschwärmer-Tag! Dann kommen all die, die unter www.marktschwaermer-unna.de Fleisch, frisches Obst und Gemüse, Milch oder andere Dinge aus dem großen Angebot bestellt haben, zum Gut Höing, um ihre Produkte abzuholen. Das, was sie mit nach Hause nehmen, ist zum Teil erst wenige Stunden vorher von den Feldern geholt worden.

„Ich bereue es überhaupt nicht, diesen Schritt gegangen zu sein“, sagt Christian Weinbrenner, der das Konzept Marktschwärmer nach Unna gebracht hat. Früher am Markt Königsborn, gibt es den nachhaltigen Einkauf nun auf dem Hof in der Nähe der Eissporthalle, Auf dem Höing 1.

Großer Wochenmarkt im Internet

Die Marktschwärmer-Idee ist einfach. Alles, was auf einem großen Wochenmarkt angeboten wird, können sich die Kundinnen und Kunden im Internet in Ruhe anschauen und dort ihren Warenkorb zusammenstellen. Die Anbieter versprechen allesamt hochwertige und absolut frische Ware, die sie dann am Abholtag zur Marktschwärmerei auf Gut Höing bringen.

Ganz neu dabei ist Philipp Löer aus Werl-Büderich. „Für uns ist das eine tolle Chance. Bislang haben wir unsere Produkte vor allem über unseren Hofmarkt und einen Automaten vermarktet“, sagt der Chef von „Philipp‘s Freilanddeele“. Sein Hof produziert einen selten gewordenen Mix. Die Löers halten Geflügel und Schweine in Freilandhaltung.

Zahl von Anbietern und Kunden steigt

Dass sich die Zahl der Anbieter, aber eben auch die der Kunden erhöht, ist ein Indiz dafür, dass das Konzept ankommt. Bei der Ausgabe am 11. November waren allein sechs Personen dabei, die zum ersten Mal bestellt haben. „Das macht wirklich Spaß, es sind sogar schon richtige Freundschaften entstanden“, erzählt Christian Weinbrenner.

Tatsächlich ist das Miteinander sehr entspannt – selbst wenn beim Abholen der bestellten Warten Wartezeiten entstehen. Das Prozedere ist einfach: Was die Kunden der Marktschwärmerei bis dienstags, 24 Uhr, bestellen und im Vorfeld bezahlen, wird frisch für sie bereitgestellt. Sie bekommen eine Nummer, mit der sie ihre Ware donnerstags von 17 bis 18.30 Uhr abholen können.

Christian Weinbrenner und die beteiligten Händler stellen die Produkte zusammen, packen sie in Kisten. Wenn die Besteller dann mit Taschen und Kisten kommen, wird umgepackt. Gekühlte Ware wird erst dann frisch zur Bestellung dazu gelegt.

Direkter Kontakt zu den Erzeugern

„Eigentlich ist das Konzept so gedacht, dass die Kunden bei allen Anbietern vorbeilaufen und ihre Waren dort abholen. Dann können sie auch direkt mit den Erzeugern sprechen und wissen, wo was herkommt“, sagt Christian Weinbrenner. Die Corona-Pandemie lasse dieses Prozedere aber noch nicht zu. Was aber schon jetzt gilt: Der Einkauf erfolgt regional, mit fairen Preisen und ist nachhaltig. Und einige der Erzeuger sind auch jetzt schon immer vor Ort.

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