Kontaktverbot: Platzverweise gegen Jugendliche – Polizei ruft zur Mitarbeit auf

dzCoronavirus

Die überwiegende Mehrheit der Menschen hält sich offenbar an das geltende Kontaktverbot. Dennoch ruft die Polizei dazu auf, Verstöße zu melden – auch aufgrund der Erfahrungen des ersten Tages.

Kreis Unna

, 24.03.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

Mit Tagesanbruch trat am Montag in Nordrhein-Westfalen das weitreichende Kontaktverbot in Kraft. Das beschäftigte neben den kommunalen Ordnungsämtern auch die Polizei im Kreis Unna, die es in diesem Zusammenhang vor allem mit Vertretern einer bestimmten Altersgruppe zu tun hatte. Nun liegt eine Bilanz des ersten Tages vor.

Elf Einsätze zählte die Kreispolizeibehörde am Montag im Zusammenhang mit dem erlassenen Kontaktverbot zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Seit Sonntag sei festzustellen, dass „eine überwiegende Mehrheit der Bevölkerung den Ernst der Lage erkannt“ habe, wird Landrat Michael Makiolla in einer Mitteilung zitiert. Uneinsichtig zeigen sich dem zufolge vor allem Jugendliche.

Platzverweise gegen Jugendliche in Unna

Es waren der Mitteilung zufolge vor allem Jugendliche, die sich nicht an die Verbote hielten und Einsätze der Polizei auslösten. Unter anderem sprachen Einsatzkräfte der Polizei gegen fünf Jugendliche Platzverweise aus, die sich am Montagabend gegen 20.30 Uhr an der Bruchstraße in Unna aufhielten.

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Die Polizei nimmt das zum Anlass für einen dringenden Appell an die Eltern. „Weisen Sie Ihre Kinder noch mal ausdrücklich auf den Ernst der Lage hin“, heißt es in der Polizeimitteilung. „Mit ihrem Verhalten, sich beispielsweise mit mehreren Freunden draußen zu verabreden, tragen die Jugendlichen nicht nur zur Verbreitung der Krankheit bei – sie begehen auch Verstöße“ – und die können von den kommunalen Ordnungsämtern genau wie von der Polizei mit empfindlichen Bußgeldern geahndet werden.

Aufruf der Polizei: Verstöße gegen das Kontaktverbot melden

Die Kreispolizeibehörde nutzt die Erfahrungen des ersten Tages auch für einen Aufruf an die einsichtige Bevölkerung. Wer Personen beobachtet, die sich nicht an die Verbote zur Eindämmung der Corona-Pandemie halten, soll das zuständige Ordnungsamt oder die Polizei alarmieren – allerdings nicht per Notruf, sondern telefonisch unter Tel. (02303) 9210.

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