Kontakt zu Familie und sogar Ärzten: Tablets verbinden Seniorenheime mit der Außenwelt

dzCorona und Senioren

Elektronik kann menschlichen Kontakt nicht ersetzen. Aber sie kann enorm helfen in Corona-Zeiten. In Seniorenheimen sind Tablets eine Verbindung zur Außenwelt. Sie können sogar den Arztkontakt erleichtern.

Unna

, 29.04.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dank gespendeter Tablets können die Bewohner von Senioreneinrichtungen und des Hospizes nun besser den Kontakt zu Angehörigen halten. Die Computer erweisen sich sogar als praktische Alltagshelfer. Sie erleichtern die ärztliche Beratung.

Virtuelle Sprechstunde

Der Arzt schickt einen Link samt Zugangscode. Die Pflegekraft loggt das Tablet auf einer medizinischen Plattform ein, und schon betritt sie gemeinsam mit dem Patienten das virtuelle Wartezimmer. Ist der Mediziner online, kann die Internetsprechstunde schon beginnen. Auf diese Weise spart das Seniorenpflegeheim Obermassen (SPHO) Ärzten, seinen Mitarbeitern und letztlich auch seinen Bewohnern Zeit und Aufwand. So muss für viele medizinische Fragen der geschützte Raum der Einrichtung nicht verlassen werden, umgekehrt muss der Doktor nicht persönlich ins Haus kommen. Einfachere Fragen oder Beschwerden können über eine Art Videokonferenz im Gespräch zwischen Arzt und Patient schnell geklärt werden. So werden unnötige Wege und Wartezeiten vermieden. „Das ist eine total gute Ergänzung für uns“, sagt Alice Kurpas, Leiterin des SPHO.

Internet ist für Alte nicht selbstverständlich

Wie alle Senioreneinrichtungen versucht auch diese, Kontakte zu vermeiden, um Bewohner bestmöglich vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen. Das bedeutet auch, dass die Heime keinen Besuch von Angehörigen bekommen. So ist nun die Freude der Senioren groß, die dank der Tablets endlich wieder mit ihren Angehörigen von Angesicht zu Angesicht sprechen können. Denn Technik etwa für Videotelefonie, die für jüngere Generationen zum Alltag gehört, ist für die ältesten nicht selbstverständlich verfügbar.

Unnaer Firma spendet sechs Tablets

Ein Unternehmen aus Unna hat den Bedarf erkannt und ist mit gutem Beispiel vorangegangen: Die ExTox Gasmesssysteme GmbH hat insgesamt sechs Tablets an das Senioren-Pflegeheim Obermassen, das St. Bonifatius Wohn- und Pflegeheim und das Heilig-Geist-Hospiz gespendet. Ludger Osterkamp, ExTox-Geschäftsführer, erklärt: „Unserem Unternehmen geht es trotz Corona-Krise gut, da wollten wir einfach etwas weitergeben.“ Mit dieser Idee ging er auf Anke Jauer zu, die als Mitarbeiterin der Wirtschaftsförderung im Kreis Unna im Kompetenzzentrum Frau & Beruf Competentia über viele Kontakte zu den ansässigen Unternehmen verfügt. Sie vermittelte den Spender an die drei Einrichtungen. „Die Beteiligten haben genau besprochen, was Sinn macht, und ExTox hat dann das Entsprechende besorgt“, erklärt Jauer.

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