Die rasant wachsenden Neubauten an der Berliner Allee zeigen es am deutlichsten: In Königsborns Südosten ist Einiges in Bewegung. Das Gesicht des Ortsteils verändert sich komplett.

Königsborn

, 25.10.2018, 16:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit dem Abriss des „Grauen Riesen“ an der Berliner Allee fiel vor einem Jahr der Startschuss zu dem Projekt, dass einem unwirtlichen Hochhausviertel Unnas ein gänzlich neues Gesicht geben soll – optisch wie inhaltlich. Der mehrgeschossige Plattenbau ist längst gefallen, an seiner statt wächst seit Monaten das neue „Parkquartier“. Doch die Planungen für das, was die Stadt als „Soziale Stadt Königsborn Süd-Ost“ betitelt, reichen weit über Neubauten hinaus.

In einem Zwischenbericht zu dem „Integrierten Handlungskonzept“ (IHK) für den Stadtteil nennt die Stadt verschiedene Handlungsfelder, die die Lebensqualität im Stadtteil nachhaltig verbessern sollen. Die deutlichste Änderung zu den Ursprungsplanungen betrifft dabei gar nicht den Süden, sondern den Norden Königsborns: Ein ursprünglich geplantes Stadtteilzentrum Nord auf der Salzwiese nördlich der Bahn wird nicht kommen.

Kein Stadtteilzentrum auf der Salzwiese

Königsborns Südosten wird zur „Sozialen Stadt“

Das Jugendhaus „Taubenschlag“ bleibt erhalten – und weitet sein Angebot auf junge Alleinerziehende und Familien aus. © Dirk Becker

Neue Sozialwohnungen

Drei Gebäude bilden das „Parkquartier“

  • Der neue Wohnkomplex Parkquartier entsteht mitten im Planungsgebiet „Königsborn Südost“. Das Viertel soll durch Umbau- und Fördermaßnahmen an einigen Stellen ein neues Gesicht bekommen – und insgesamt mehr Wohnqualität.
  • Das Interesse an den Wohnungen in den drei neuen Gebäuden des „Parkquartiers Königsborn“ ist hoch.
  • Da die Wohnungen als Sozialwohnungen ausgewiesen werden, ist die Stadt Unna bei der Vergabe involviert und führt eine Liste der Interessenten.
  • Das Quartiersbüro Königsborn Süd-Ost an der Berliner Allee 28a sammelt Interessensbekundungen für die Wohnungen und leitet diese an die Stadtverwaltung weiter.
  • Ein Teil des Projekts ist die Umfeldgestaltung mit Grün- und Spielflächen. Im Zentrum, rund um das Parkquartier, soll die Freiraumgestaltung erst 2019 oder 2020 erfolgen. Dasselbe gilt für den nördlichen Abschnitt zwischen Hermann- und Zechenstraße sowie Salzweg.

Die Sorge, dass die Jugendarbeit und Familienberatung, die südlich der Bahnlinie unter anderem im Jugendhaus „Taubenschlag“ und dem Gemeindezentrum „Brücke“ geleistet werden, „den Sprung über die Bahn“ in den Norden Königsborns nicht schaffen, hatte zu den Überlegungen eines Stadtteilzentrums auf der Salzwiese geführt.

Hintergrund dieser Idee war die Ankündigung der Evangelischen Kirchengemeinde Königsborn, den von ihr betriebenen „Taubenschlag“ für die Kinder- und Jugendarbeit und für ergänzende Familienangebote aufzugeben und das Gebäude einer anderen Nutzung zuzuführen.

Doch mittlerweile hat die Gemeinde beschlossen, den „Taubenschlag“ zu erhalten. Tatsächlich wurde das Gebäude mittlerweile nicht nur renoviert, sondern auch das bestehende Angebot für Kinder und Jugendliche um Angebote für junge Alleinerziehende und Familien erweitert. Damit fällt die Notwendigkeit eines Stadtteilzentrums auf der Salzwiese weg.

Die „Brücke“ wird zum Ankerpunkt – nicht nur für die Gemeinde

Königsborns Südosten wird zur „Sozialen Stadt“

Das Gemeindezentrum „Brücke“ liegt mitten in dem Projektgebiet der „Sozialen Stadt“. Sein Grundstück grenzt unmittelbar an die Hochhausbebauung. © Hans Blossey

Im Süden Königsborns steht ebenfalls ein Gebäude der evangelischen Kirchengemeinde im Fokus der Planungen für die Erweiterung der sozialen Arbeit in dem Stadtteil. Das Gemeindezentrum „Brücke“ soll als „Anker- und Netzwerkpunkt“ in der direkten Nähe des neu entstehenden Parkquartiers gestärkt werden.

Dafür will die Stadtverwaltung an das anknüpfen, was durch die evangelische Kirchengemeinde und die Diakonie Ruhr-Hellweg bereits seit Jahren an Förder- und Beratungsangeboten an diesem Standort geleistet wird. Dafür muss das Gebäude stellenweise umgebaut werden, mit dem Ziel, ein „Höchstmaß an Mehrfachnutzung“ zu erreichen.

Wie die Nutzung als „sozial-diakonisches Zentrum“, zu dem die Brücke im Zuge dieses Umbaus werden soll, sich mit der Nutzung als kirchliches Gebäude verträgt – genau das steht noch im Raum. Die Kirchengemeinde hat in den Gesprächen angemerkt, dass sie die Kosten für die Unterhaltung der Brücke mit den beiden Aufgabenfeldern sozialdiakonisches Zentrum und Kinder- und Jugendarbeit auf Dauer nicht allein tragen kann und hat Unterstützung eingefordert. Die Gespräche sind noch nicht zum Abschluss gebracht. Zwischenzeitlich war von einem Verkauf des Gebäudes an die Stadt die Rede gewesen.

Neue Wege für den Verkehr an der Palaiseaustraße

Königsborns Südosten wird zur „Sozialen Stadt“

Die Fußgängertunnel an der Palaiseaustraße, die das Schulzentrum Nord mit dem gegenüberliegenden Parkplatz verbinden, sollen zurückgebaut werden. Sie werden kaum genutzt. © Hans Blossey

Auch verkehrstechnisch wird sich der südöstliche Bereich Königsborns verändern. Dabei werden auch Bauwerke zurückgebaut, die nicht mehr benötigt werden. Konkret betrifft dies die beiden Fußgängertunnel, die unter der Palaiseaustraße das Schulzentrum Nord mit dem auf der anderen Seite liegenden Parkplatz verbinden. Sie seien wegen der geringen Verkehrsbelastung der Palaiseaustraße entbehrlich, so die Stadtverwaltung. Vielmehr seien sie ein „Angstraum“, der beseitigt werden könne.

Ebenfalls an der Palaiseaustraße sollen Fahrradfahrer mehr Beachtung finden: Durch die Markierung eines Fahrradstreifens soll ihre Sicherheit in diesem Bereich erhöht werden.

Die Gestaltung des S-Bahnhofes Königsborn verschiebt sich

Königsborns Südosten wird zur „Sozialen Stadt“

Die Umfeldgestaltung des S-Bahnhofes Königsborn ist ebenso wie die Gestaltung der dortigen Bahnunterführung auf unbestimmte Zeit verschoben worden. © Hans Blossey

Auf unbestimmte Zeit verschoben sind dagegen die Umfeldgestaltung des S-Bahnhofes in Königsborn und die Gestaltung der dortigen Bahnunterführung. Dies ist neben der Tatsache, dass der in diesem Bereich verlaufende Radschnellweg RS 1 nicht vor 2022 durch das Land Nordrhein-Westfalen realisiert werden wird. Auch auf der Prioritätenliste im städtischen Haushalt sind diese Maßnahmen hinten angestellt worden.

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