Königsborn feiert Corona-Gottesdienst mit witzigem Ersatz für Brot und Wein

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Ein Abendmahl wie sonst ist verboten in der Kirche aufgrund der Corona-Hygieneauflagen. Für den Sonntagsgottesdienst in Königsborn gibt es nun eine kreative Idee: Brot und Wein in einem – und „to go“.

Königsborn

, 17.06.2020, 15:42 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Abendmahl in Tüten“ nennt die Evangelische Kirchengemeinde Königsborn eine Aktion, die für Sonntag, 21. Juni, geplant ist. Die Corona-Schutzkonzepte erlauben ein Abendmahl im Gottesdienst in bekannter Form nicht. Das Abendmahl gibt es daher nun zum Mitnehmen und Zuhause-Feiern.

Kreativer Ersatz für Brot und Wein

Im Gottesdienst in der Paul-Gerhardt-Kirche bekommen Besucher eine Tüte. Jede enthält eine Kerze, eine Karte mit einem Text zum Abendmahl und ein Rosinenbrötchen. Der Hintergedanke: Das Brötchen steht für das Brot, die Rosinen, die ja bekanntlich aus Weintrauben bestehen, ersetzen den Wein. Es habe in anderen Gemeinden auch Lösungen mit Wein in einer Getränkeverpackung gegeben, berichtet Dietrich Schneider vom Evangelischen Kirchenkreis. „Das fanden wir aber weniger ästhetisch.“ Die Brötchen-Lösung lasse sich auch gut hygienisch verpacken und verteilen.

Tüte zum Mitnehmen für alle

Nicht nur die Gottesdienstbesucher werden mit dem Abendmahl zum Mitnehmen versorgt: Auch wer nicht im Gottesdienst dabei ist, kann sich eine Abendmahltüte abholen. Die Tüten stehen auf einem Tisch vor der Kirche ab 10 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt beginnt auch der Gottesdienst. Er wird in der Reihe der herein-Gottesdienste gefeiert, vorbereitet von einem Team um Pfarrerin Kristin Busch-Zimmermann.

Was praktikabel ist, ist auch richtig

Beide Bestandteile des Abendmahls sind also in „gültiger“ Form von Brot und Quasi-Wein vorhanden. Derzeit, so Schneider, gelte ohnehin: Findet sich eine Lösung, die gut und praktikabel ist, dann ist diese auch richtig. Im Grunde gehörten zu einem Abendmahl-Gottesdienst auch Elemente wie gemeinsame Gebete und ein Friedensgruß. Diese Variante für zuhause „erinnert uns zumindest daran, wie es sein könnte“, so Schneider.

Corona macht Kirche kreativ

Zu den Lebensbereichen, die die Corona-Krise in Schwierigkeiten gebracht, aber auch besonders kreativ gemacht hat, gehört auch die Kirche. Der Evangelische Kirchenkreis habe seit Mitte März allein 350 Online-Angebote auf die Beine gestellt, berichtet Kirchenkreis-Sprecher Schneider. Es gab Oster-Päckchen am Zaun, Sofa-Gottesdienste und andere Formate, um Menschen trotz der notwendigen Kirchenschließung zu erreichen. Einiges, was nun aus der Not heraus erfunden wurde, solle auch für die Zeit danach bewahrt bleiben, so Schneider. „Wir machen die schöne Erfahrung, dass wir damit auch Menschen erreichen, die sonst gar nicht zum Gottesdienst kämen.“

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