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Knöllchen im Dutzend nach Garagensperrung: Wer jetzt legal parken möchte, braucht Glück

dzTiefgarage Neumarkt

Die plötzliche Schließung der Tiefgarage am Neumarkt drückt über 250 zusätzliche Autos in den umkämpften Parkraum der Innenstadt. Warum genau das überhaupt nötig ist, verrät die Stadt noch nicht.

Unna

, 06.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Eine flüchtige Zählung rund um den Block Hertinger- und Josef-Ströthoff-Straße, Grabengasse und Südwall ergab am Montagmittag zwölf Strafzettel, die hinter Scheibenwischern klemmten. Einige der betroffenen Fahrzeuge hatten hinter der Windschutzscheibe eine Parkkarte der Wirtschaftsbetriebe. Offenbar standen und stehen nun viele Autos an und auf Straßen oder Parkplätzen, die normalerweise in der kurzfristig geräumten Tiefgarage geparkt werden. Und offenbar parken manche Fahrer nun verbotswidrig - weil es ihnen egal ist, weil sie es nicht besser wissen oder weil es schlicht keine andere Möglichkeit gibt.

253 Dauerparker betroffen

Tatsächlich muss einiges an Fahrzeugen nun drei Wochen lang anders verteilt werden in der teils engen südlichen Innenstadt. 253 Dauerparker bezahlen nach Angaben der Stadt Unna für Stellplätze in der Neumarkt-Garage. Für alle gilt, dass die Stadt ihnen nur bedingt Alternativen bieten kann. Die Berechtigung, kostenfrei in anderen Parkhäusern der städtischen Wirtschaftsbetriebe zu parken, haben sie laut Pressestelle der Stadt nicht. Man habe sich um Ersatzparkflächen für die Betroffenen bemüht, aber ohne Erfolg, so Stadtsprecher Christoph Ueberfeld. Parkplatzmieter, die nun drei Wochen lang auf ihre überdachten Stellplätze verzichten müssen, dürften aber mit einer Erstattung ihrer Mietkosten rechnen.

Reparaturstau in Unnas Großgaragen

Für Ärger hatte Ende der vergangenen Woche die Kurzfristigkeit der Sperrung gesorgt. Die Stadt Unna hatte am Freitagmittag öffentlich gemacht, dass die Anlage schon ab Samstag gesperrt werden müsse. Grund sei eine technische Überprüfung, hieß es offiziell.

Offenbar müssen bauliche Mängel näher untersucht werden. Es tropfe schon länger an mehreren Stellen im Inneren der Tiefgarage, berichtete uns eine der betroffenen Parkplatzmieterinnen. Abschnittsweise habe es schon Raparaturarbeiten in der Anlage gegeben. Dass die Großgaragen der Wirtschaftsbetriebe einen Reparaturstau haben, war bereits Ende des vergangenen Jahres bekannt geworden. Die Verantwortlichen rechneten wegen nötiger Investitionen sogar mit einem Absinken der Gewinne der Wirtschaftsbetriebe, hieß es.

Stadt: „Tiefergehende Überprüfung“

Was genau in der Tiefgarage Neumarkt im Argen liegt, verriet die städtische Pressestelle am Montag nicht. Auf die Frage, ob technische Probleme auch eine Gefahr darstellen und die Tiefgarage deswegen so kurzfristig geräumt werden musste, erhielt unsere Redaktion auch bisher keine Antwort. Nach einer technischen Überprüfung sei nun eine tiefergehende Überprüfung notwendig, sagte Sprecher Christoph Ueberfeld nur.

Am Freitag hätten die Wirtschaftsbetriebe versucht, alle von der Schließung betroffenen Mieter telefonisch zu erreichen. Mehr als die Hälfte der Mieter hätten sie auf diesem Wege informieren können, so Ueberfeld. Alle Mieter sollen schriftlich informiert werden, die Briefe seien unterwegs, sagte Ueberfeld am Montag.

Ausnahmeregelung

Wo Autofahrer jetzt parken dürfen - und wo nicht

  • Wer eine Dauerkarte für die Tiefgarage am Neumarkt hat, dürfe nun für die Dauer der Schließung kostenfrei auf oberirdischen städtischen Parkplätzen parken, teilte Unnas Verwaltungssprecher Christoph Ueberfeld mit. Das gelte nun ausnahmsweise für Parkplätze mit Parkscheibe und für solche mit Parkscheinautomat. Privat bewirtschaftete Parkplätze sind ebenso ausgenommen wie private Parkhäuser.
  • Auf Bewohnerparkplätzen dürfen ohnehin auch Nicht-Bewohner ohne entsprechenden Parkausweis drei Stunden lang kostenfrei parken. Das gilt auch für Tiefgaragenmieter vom Neumarkt. Diese brauchen keine Parkscheibe. Das würde praktisch bedeuten, dass ihre Parkdauer nicht überprüft werden kann.
  • Um keinen Strafzettel zu bekommen, sollen die Neumarkt-Mieter ihre Dauerparkkarte gut sichtbar hinter die Windschutzscheibe legen, wenn sie ihre Autos auf einem der beschriebenen Stellplätze abstellen. Wer ein „Knöllchen“ am Wagen hat, obwohl sein Wagen in einem der Ausnahmebereiche stand, soll sich beim Ordnungsamt melden.
  • Das Parken in Parkverbotszonen oder sogar Rettungswegen sei nach wie vor verboten, betont die städtische Pressestelle.
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