Knebels Affentheater: Bissige Komik und gut gemachte Musik in der Unnaer Stadthalle

dzKultur

Es war ein echtes Affentheater – und das ist gar nicht despektierlich gemeint. Denn mit dem aktuellen Programm von Herbert Knebel kam bissige Komik und gut gemachte Musik in die Stadthalle.

von Sebastian Pähler

Unna

, 25.01.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit vielen Jahren erweckt der aus Duisburg stammende Komiker Uwe Lyko Abend für Abend seine Bühnenfigur Herbert Knebel zum Leben. Bei all dem grummeligen Ruhrdeutsch, mit dem sich der Rentner und ehemalige Bergmann aus Essen-Altenessen über die Welt beschwert, vergisst man schnell, dass Lykos erste Liebe der Musik galt. Als Mitglied der Punkband „B1“ lernte er auch einige Mitglieder seines jetzigen Ensembles kennen, mit dem er unter dem Namen „Affentheater“ zu seiner alten Liebe zurückgefunden hat.

Knebels Affentheater: Bissige Komik und gut gemachte Musik in der Unnaer Stadthalle

Abend für Abend erweckt Komiker Uwe Lyko seine Bühnenfigur Herbert Knebel zum Leben. © Sebastian Pähler

Was die Gruppe, die sich seit 1988 als Rentnertreffen inszeniert, musikalisch im Schilde führt, machte Knebel gleich von Anfang an deutlich: „Eine Frage, bevor es los geht: Steht ihr auf Schlager? Dann seid ihr hier genau falsch!“ Was folgte, war ein Programm voller Rock, Pop, ein bisschen Hip-Hop und umgedichteten Songs, deren Melodien aber unverkennbar an die Originale erinnerten.

Das Alter spielt in Knebels Programm eine wichtige Rolle

Das Alter, dass die Bandmitglieder über die Jahre so eingeholt hat wie vor langer Zeit schon ihre Rollen, stand auch diesmal im Zentrum der Rahmenhandlung. „An was konnte ich mich früher nicht alles erinnern?! Ich weiß es nicht mehr“, stellte Knebel fest. Doch wenn das „Affentheater“ zusammenkommt, geht es eigentlich um die Lieder.

Knebels Affentheater: Bissige Komik und gut gemachte Musik in der Unnaer Stadthalle

Das Alter, das die Bandmitglieder über die Jahre so eingeholt hat wie vor langer Zeit schon ihre Rollen, stand auch diesmal im Zentrum der Rahmenhandlung. © Sebastian Pähler

Hier durften Coverversionen wie etwa von David Bowies „Let’s Dance“ umgedichtet auf den deutschen Text „Ich tanz“ oder Roy Orbisons „Pretty Woman“ als „Schönes Fräulein“ nicht fehlen. Wo sich Knebel und seine Mitstreiter musikalisch verorten, zeigten auch Hits wie „The Wall“ von Pink Floyd, das als „Wir wollen keine Politesse“ zum Klagelied für Parksünder wurde oder Iggy Pops „The Passenger“, das in der Seniorenversion zu „Laufender“ mutierte. Gescherzt und gefrotzelt wurde natürlich auch.

Lyko alias Knebel übernahm wieder Gitarre und Gesang. Georg Göbel-Jakobi griff als Ozzy Ostermann zur Gitarre. Schlagzeuger Detlef Hinze schlüpfte in die Rolle des kleinlauten „Trainer“ und Martin Breuer komplettierte als Ernst Pichl am Bass das Quartett. Gemeinsam unterhielten sie das Publikum in der gut besetzten Stadthalle köstlich mit ihrer Komik – aber auch mit erstklassiger Musik.

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