Knappe Mehrheit in der Politik: Fahrradfahrer sollen auf Platanenallee Vorrang bekommen

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Die Stimmung in der Unnaer Verkehrspolitik scheint zu kippen: In der Politik deutet sich inzwischen eine Mehrheit an, Fahrrädern auf einer wichtigen Nord-Süd-Achse Vorrang zu geben.

Unna

, 19.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Ein Antrag, die Platanenallee zu einer Fahrradstraße umzuwidmen, ist vor Jahren schon einmal gescheitert. Inzwischen scheint es, als würde es für diesen Vorschlag doch eine Mehrheit geben. Der Beirat Fahrrad, der Empfehlungen für die Fachausschüsse des Rates gibt, stimmte jetzt mit knapper Mehrheit für die Fahrradstraße. Allerdings wird in der Politik auch kontrovers diskutiert. Vor allem geht es um die klassische Frage nach dem halb vollen oder halb leeren Glas. Das Fahrrad ist im Moment auf der Platanenallee nicht das vorherrschende Verkehrsmittel. Die Stadtverwaltung bestätigt diese Einschätzung des CDU-Fraktionsvorsitzenden Rudolf Fröhlich.

Befürworter erwarten mehr Radfahrer

Aber das könnte sich ja noch ändern, meinen die Befürworter einer Fahrradstraße. Die Stadt solle an dieser Stelle den Mut haben, zu beweisen, dass ein neues Angebot zu mehr Fahrradverkehr führt, meint Uwe Kornatz, sachkundiger Bürger der SPD-Fraktion. Die Nähe zu den Schulen, demnächst zum „Bildungscampus“, künftig zum Radschnellweg RS1 - all das sind Dinge, die für ihn deutlich mehr Radverkehr erwarten lassen. Auf einer Fahrradstraße hätten Fahrradfahrer gegenüber Autofahrern Vorrang. Es würde Tempo 30 gelten und das Tempo eventuell auch durch bauliche Maßnahmen gedrosselt. Fahrradfahrer sollen sich dadurch sicherer fühlen.

Und dieses Gefühl, meinen Befürworter, könnte mehr Menschen davon überzeugen, das Fahrrad zu benutzen. Umgekehrt führen viele nicht mit dem Rad, weil sie sich nicht sicher fühlten, meinte Björn Merkord, Ratsherr von den Bündnisgrünen - ein Fahrradstraßen-Befürworter.

Skeptiker Fröhlich erinnerte daran, dass viele der Berufsschüler von außerhalb kommen, viele mit Autos. „Die kann man auch mit einer Fahrradstraße nicht aufs Fahrrad zwingen.“

Knappe Mehrheit in der Politik: Fahrradfahrer sollen auf Platanenallee Vorrang bekommen

Die Platanenallee soll zu einer Fahrradstraße umgewidmet werden. © Raulf

Blick in die Zukunft

Die rechtlichen Voraussetzungen für die Ausweisung einer Fahrradstraße sind so wenig streng, dass es an der Platanenallee durchaus möglich erscheint. Wenn der Radverkehr überwiegt, kann ihm der Vorrang offiziell eingeräumt werden. Möglich sei das aber auch, wenn dieses Überwiegen mittelfristig zu erwarten ist. In der Regel würde ein Zeithorizont von drei bis fünf Jahren angelegt, sagt Patricia Reich, Mobilitätsmanagerin im Rathaus. Und in diesen Zeitraum falle voraussichtlich der RS1, für den die Platanenallee eine wichtige Zubringerstrecke würde.

Denkbar erscheint nun die Ausweisung einer Fahrradstraße mit dem Zusatz „Kraftfahrzeuge frei“. Anlieger zum Beispiel dürften also weiterhin mit dem Auto fahren.

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