Klimawandel: Trockensommer 2018 und 2019 fordern weitere Baumopfer

dzBaumschutzkommission

Die anhaltende Trockenheit der Sommer 2018 und 2019 hat weiterhin Folgen für die Bäume im Stadtgebiet: Noch immer müssen vertrocknete und geschwächte Bäume gefällt werden.

Unna

, 08.02.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwei, fünf, in Ausnahmefällen vielleicht mal zehn Bäume – das ist üblicherweise die Größenordnung, in der sich die Vorschläge der Baumschutzkommission, welche städtischen Bäume in Unna gefällt werden müssen, bewegen. Die Zahl, die am Dienstag im Umweltausschuss auf dem Papier stand, ließ daher aufhorchen: Gleich 28 Bäume verschiedener Arten schlug die Kommission da zur Fällung vor. Die Gründe liegen in den vergangenen beiden Sommern.

Jetzt lesen

„Bei diesen Bäumen handelt es sich ausschließlich um Bäume, die unter der Trockenheit der Sommer 2018 und 2019 gelitten haben und jetzt nicht mehr verkehrssicher sind“, erklärte der Leiter des Grünflächenbereichs bei den Stadtbetrieben, Ralf Calovini, die notwendigen Maßnahmen. Hinter dem Kino, an der Unnaer Straße, am Osterfeld und im Kurpark stehen die betroffenen Bäume.

Es sind Bäume unterschiedlichster Art, die nun gefällt werden müssen: Kirschen, Pflaumen, Eschen, Hainbuchen und Kastanien sind ebenso dabei wie Rotbuchen, Feldahorne und Pappeln. Die Gründe, wieso sie besonders unter der Trockenheit gelitten haben, sind unterschiedlich.

„Stehen viele Bäume auf engem Raum beieinander, ist der Konkurrenzdruck um Wasser naturgemäß höher. “
Ralf Calovini, Bereichsleiter Grünflächen bei den Stadtbetrieben

„Bei einigen ist es die Nähe zum Straßenraum und die daraus resultierende kleine Baumscheibe, die dazu geführt hat, dass die Bäume nicht genügend Wasser über ihre Wurzeln aufnehmen konnten“, erläuterte Calovini. Viele der Bäume stehen aber auch in einem „waldähnlichen Bestand“, wie beispielsweise der Kurpark einer ist. Hier ist das Problem ein anderes.

„Stehen viele Bäume auf engem Raum beieinander, ist der Konkurrenzdruck um Wasser naturgemäß höher. Wird das Wasser dann knapp, setzen sich nur die stärksten Bäume durch“, so Calovini. Der flächenartige Bestand ist auch der Grund, wieso die tatsächliche Schwächung der dort stehenden Bäume teilweise erst weit nach den trockenen Sommern erkannt wurde.

Die 28 Bäume, die nun gefällt werden – der Umweltausschuss beschloss, den Empfehlungen der Baumschutzkommission zu folgen – sind dabei nur weitere Opfer der Trockensommer: Von Oktober 2019 bis Januar 2020 mussten bereits 30 Bäume wegen akuter Gefahren infolge der Schäden durch die Trockenheit gefällt werden.

Einige der gefällten Bäume wurden bereits durch neue Jungbäume ersetzt; wo möglich, mit größeren Baumscheiben, um den Bäumen eine bessere Wurzelentwicklung zu ermöglichen. Je mehr Platz die Wurzeln haben, umso größer ist nämlich die Chance, dass der Baum auch bei anhaltender Trockenheit in der Lage ist, Wasser aus dem Boden zu ziehen.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Coronavirus
Coronavirus: Kein Grund zur Panik – aber manche kaufen 40 Flaschen Desinfektionsmittel
Hellweger Anzeiger Gymnasium
Ein neuer demokratischer Staat in Unna: PGU-Schüler gründen das „Pestalonische Reich“