Unna soll Leitlinien für Dachbegrünung und Fassadengrün entwickeln

dzKlimaschutz

In Unna wird viel gebaut. Die Politik setzt für die Pläne den rechtlichen Rahmen. Nun soll die Verwaltung Leitlinien für den Umgang mit Dach- und Fassadenbegrünung entwickeln.

Unna

, 12.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Was kann eine Stadt wie Unna tun, um einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten? Dächer und Fassaden begrünen – das sagt der Garten und Landschaftsbaumeister Holger-Arnt Zühlke.

Er hatte einen Bürgerantrag gestellt mit dem Ziel, die Stadt Unna solle Leitlinien für den Umgang mit Bauwerksbegrünung in Bebauungsplänen erstellen. Damit würde die Stadt Unna etwa dem Beispiel Hannover folgen.

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Im Umweltauschusss erzielte Zühlke zumindest einen ersten Erfolg. Das Gremium beauftragte die Verwaltung gegen die Stimmen der CDU, eine Vorlage für die Politik zu erstellen. Die soll zeigen, welche Möglichkeiten Unna rechtlich überhaupt hat und wie solche Richtlinien aussehen könnten.

Anschaulich wurde den Politikern auf jeden Fall, wie ein Dach begrünt werden kann. Der Antragsteller hatte jedem Ausschussmitglied eine Pflanze auf den Tisch gestellt. „Trockenwurz ist dafür hervorragend geeignet und übersteht auch lange Trockenphasen“, weiß Zühlke.

Die CDU-Fraktion sieht eine Richtlinie zur Bauwerksbegrünung dennoch kritisch. Es sei das Recht des Bauherrn, zu entscheiden, wie er sein Haus baue, erklärte Erich Kreß. Die CDU setze auf Freiwilligkeit und Gespräche zwischen Verwaltung und Investoren.

Eingriff in die Natur kompensieren

Zühlke argumentiert, durch die Begrünung von Dach- und Fassadenflächen könne zumindest teilweise den Eingriff in die Natur kompensieren, zu dem es bei Bauprojekten kommt. Zudem verweist er auf Förderprogramme des Landes NRW.

Die Grünen begrüßen Leitlinien, wie sie Zühlke fordert. Sie könnten eine Handhabe sein, an der sich Verwaltung und Bauträger orientieren, findet Fraktionschefin Charlotte Kunert.

Bauleitplanung aus einem Guss

Ralph Bürger (SPD) verwies auf die Ökosiedlung in Schwerte/Ergste als Positivbeispiel: „Das ist dann aber auch Bauleitplanung aus einem Guss, weil es auch Wege gibt, die Regenwasser aufnehmen, und ausreichend Flächen für Funa und Flora.“

Unnas Beigeordneter Dirk Wigant erklärte, die Verwaltung sehe Leitlinien für die Bauwerksbegrünung kritisch. Es müsse der jeweilige Einzelfall betrachtet werden, zudem sehe er die Verantwortlichkeit nicht im Umweltausschuss, sondern im Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und Verkehrsplanung (ASBV). Genau dieses Gremium aber hatte das Thema an den Umweltausschuss weitergeleitet, weil dieser das entsprechende Fachgremium sei.

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