Beratungsbedarf von SPD und CDU sorgt für Unverständnis in Unna

dzKlimanotstand

Für ihr Bekenntnis, sie hätten in der Frage, ob Unna den Klimanotstand ausrufen soll, noch Beratungsbedarf, ernten SPD und CDU Kritik. Brisant: Zum Teil kommt die aus den eigenen Reihen.

Unna

, 11.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Der Ärger ist Prof. Dr. Christian Jänig deutlich anzumerken. Ärger darüber, dass im Umweltausschuss wegen des Beratungsbedarfes von SPD und CDU nicht darüber beraten wurde, ob Unna den Klimanotstand verhängen soll.

Brisant ist daran, dass Jänig selbst Sachkundiger Bürger der SPD ist. Für die Fraktion sitzt er unter anderem im Arbeitskreis Klima. „Dort wurde darüber schon am 20. März gesprochen“, weiß er.

Kritik aus der eigenen Fraktion

Wie Jänig hat auch die Ortsvorsteherin der Oberstadt und SPD-Ratsfrau Ingrid Kroll kein Verständnis dafür, dass ihre Fraktion auch dreieinhalb Monate nach dem Antrag nicht darüber beraten kann. „Da stellt sich doch die Frage, was ich hier mache“, sagt sie.

„Da wird so getan, als ob der Klimawandel einen Bogen um Unna macht.“
Prof. Dr. Christian Jänig

Kroll, die nicht selten mit ihrer eigenen Fraktion nicht auf einer Linie liegt, kritisiert auch mangelnden Respekt vor der Jugend, die sich für den Klimaschutz engagiert. „Wir wollen doch immer Jugendliche, die sich politisch einbringen. Und jetzt hauen wir denen ein Brett vor den Kopf“, ärgert sie sich über das Zögern von SPD und CDU.

„Da wird so getan, als ob der Klimawandel einen Bogen um Unna macht“, glaubt Jänig, dass längst nicht jedem Politiker klar ist, welche Folgen das auch für Unna hat. Es werde immer darüber geredet, dass Unna Wasser, Bäume und Schatten brauche. Konkret umgesetzt werde aber nichts.

Auswirkungen auf das Klima

Jänig und Kroll beharren darauf, dass Unna nicht nur einen Klimaschutzmanager einstellt. Dieser müsse auch eine Querschnittsfunktion haben und alle Entscheidungen hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf das Klima überprüfen.

Genau das ist es auch, was die „Fridays for future“-Bewegung mit dem Ausrufen des Klimanotstandes erreichen will: eine klimapolitische Bewertung von Entscheidungen. Die 16-jährige Schülerin Eva-Lotta Vogt hatte am Dienstag im Umweltausschuss gesprochen, eine Woche zuvor schon im Kreistag. „Es wird auch danach immer Einzelentscheidungen geben, bei denen die Politik abwägen muss, was wichtiger ist“, macht Jänig klar.

Grüne wollen Entscheidung vorziehen

Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen hat unterdessen einen Antrag gestellt, über den Klimanotstand schon in der nächste Ratssitzung am 26. September zu beraten. Die Grünen sehen im Ausrufen des Klimanotstandes „eine große Dringlichkeit“ und werfen SPD und CDU in einer Stellungnahme ein Verschleppen der Entscheidung über den Klimanotstand vor.

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