Darum soll ein „Manager“ den Klimaschutz in Unna vorantreiben

Klimamanager

Die Stadt soll bald einen Klimamanager einstellen. Er oder sie soll den Klimaschutz in Unna nicht neu erfinden, verschiedene Maßnahmen aber mit mehr Dynamik vorantreiben.

Unna

, 03.08.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Darum soll ein „Manager“ den Klimaschutz in Unna vorantreiben

Die „Fridays for Future“-Bewegung ist auch in Unna schon aktiv gewesen - ein Zeichen dafür, dass die Öffentlichkeit Maßnahmen zum Klimaschutz einfordert. © Archiv

Kinder und Jugendliche, Schulen, Sport, Wirtschaftsförderung - für diese und andere Themen und Zielgruppen hält die Stadtverwaltung eigene Fachleute oder -gruppen vor. Um das zentrale Thema dieser Zeit, das den Menschen inzwischen in fast allen Lebensbereich betrifft, kümmern sich mehrere ein bisschen, aber bisher niemand hauptverantwortlich: den Klimaschutz. Das soll sich bald ändern.

Es gibt seit einigen Jahren einen interfraktionellen Klima-Arbeitskreis des Rates. Dieser hatte 2012 ein Strategiekonzept zu Klimawandel und Klimaanpassung vorgelegt. Dieses soll nun fortgeschrieben werden, und ein Klimamanager soll sich darum kümmern. „Das wäre im laufenden Tagesgeschäft nicht zu leisten“, sagt Rolf Böttger. Der Leiter des Umweltamts sieht aber die Notwendigkeit, dass eine hauptverantwortliche Fachkraft all das bündelt, was in Unna unternommen wird, um dem Klimawandel zu begegnen.

Klimamanager soll zunächst Bilanz ziehen

Ein erster Schritt wäre eine Bilanz dessen, was bisher unternommen wurde. Energetische Sanierung im Baubereich, Projekte der Stadtwerke zur Energieeinsprung oder Erzeugung von Ökoenergie sind Beispiele für Erreichtes, die Kampagne „Stark gegen Starkregen“ mit Unna als Modellkommune ist ein weiteres. Themenschwerpunkte hätten sich in den vergangenen Jahren verändert, es gebe neue Aufgabenstellungen, technologische Entwicklungen und gesetzliche Rahmenbedingungen, die eine Neuaufstellung des Klimakonzepts nötig machten. Und die Öffentlichkeit fordere das auch zunehmend ein, sagt Böttger. Verschiedene Anträge aus der Bevölkerung und der Politik belegten das. Allein die „Fridays for Future“-Bewegung stelle „mit Recht“, so Böttger, die Forderung, dass verschiedene Dinge angepackt werden.

Stadt rechnet mit hoher Förderung

Die Stelle eines Klimamanagers müsste neu geschaffen werden, und die Stadt bereitet das derzeit vor. Die Haushaltssperre und die Haushaltssicherung lassen neue Stellen in der Verwaltung schwierig erscheinen. Das Finanzmanagement im Rathaus sehe aber Finanzierungsmöglichkeiten, so Böttger. Vor allem müsste die Stadt vergleichsweise wenig selbst bezahlen. Das Klimamanagement wäre zunächst auf zwei Jahre befristet und würde insgesamt 21.000 Euro kosten, weil man mit 189.000 Euro Fördermitteln rechnet. Eine Option auf Verlängerung um drei Jahre bei verringerten Fördersätzen gibt es auch. Ein Ratsbeschluss zum Klimamanagement wird nach der Sommerpause erwartet.

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