Tourentipps für die kleinen Fluchten mit dem Fahrrad

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Freiheit. Für alle, die auch sonst regelmäßig aufs Fahrrad steigen, zählt sie zu den treibenden Motiven. In Zeiten der Corona-Krise ist das Rad noch wichtiger, wenn es mit Bedacht eingesetzt wird.

Unna

, 20.03.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Antworten auf die Frage, was man eigentlich noch machen kann mit seiner freien Zeit, sind dieser Tage überschaubar und vielleicht von befristeter Gültigkeit. Sich aufs Fahrrad zu setzen und eine Tour zu fahren, geht aktuell noch als Vorschlag durch. Allerdings muss auch der Radler sich umtun.

Auch auf dem Rad gilt: Abstand halten

„Wir sind vom ADFC angehalten, keine gemeinsamen Ausfahrten zu propagieren“, schränkt Werner Wülfing vom Kreisverband des Fahrradclubs ein. Wer sich privat auf den Weg machen will, dem seien zumindest die bekannten Vorsichtsregeln gegen Corona empfohlen. Andererseits: Sicherheitsabstand ist auf dem Fahrrad nie verkehrt.

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ADFC-Ortsgruppensprecher Helmut Papenberg setzt (sich) weiterhin auf den Drahtesel. „Solange es noch keine Ausgangssperre gibt, ist Radfahren die ideale Fortbewegung. Man steht nicht eng in Bussen und Bahnen, Bewegung stärkt die Abwehrkräfte und man hält genügend Abstand zu anderen Mitradelnden“, argumentiert der Fahrradfreund. Aber er schränkt ein: „Corona hat auch uns im Griff.“

Touren nur noch individuell zu planen

Die wöchentlichen Treffen und alle Touren aus dem Veranstaltungsplan des Clubs sind bis 19. April abgesagt, den Drahteselmarkt gibt es erst 2021 wieder und auch beim Stadtradeln werde Unna in diesem Jahr aussetzen.

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Wer eine Radtour unternehmen will, muss die Begegnung mit anderen meiden und sich auf eigene Faust seinen Weg suchen. Und doch bleibt er nicht orientierungslos. Dafür sorgt der ADFC nicht nur im Angesicht der Krise.

ADFC Unna archiviert Tourenvorschläge als GPX-Datei

Viele Touren, die normalerweise von einem ausgebildeten Tourenleiter des ADFC geführt würden, gibt es auch als Konserve. Längst hat am Fahrradlenker auch ein Navigationsgerät Platz gefunden. Wer ein solches Gerät sein eigen nennt oder eine entsprechende App auf dem Smartphone hat, kann sich die GPX-Dateien etlicher ADFC-Touren aus einer Datenbank im Internet besorgen.

Wenn die Sehnsucht nach dem Paradiese dieser Tage größer wird: Es liegt bei Soest, ist zum Beispiel über die ADFC-Route zu den „Salzquellen am Hellweg“ zu erreichen.

Wenn die Sehnsucht nach dem Paradiese dieser Tage größer wird: Es liegt bei Soest, ist zum Beispiel über die ADFC-Route zu den „Salzquellen am Hellweg“ zu erreichen. © Stefan Milk

So wird individuell erfahrbar, was als Gruppenveranstaltung derzeit verboten ist. Und auch nach der Krise bleibt diese Datenquelle eine Schatztruhe. Das Talent der ADFC-Tourenführer, selbst im urbanen Raum verkehrsarme und landschaftlich verblüffende Touren zu finden, ist verblüffend. 40 Tourenvorschläge von 14 bis 160 Kilometern Länge hat der ADFC zurzeit in seiner Sammlung. Ein großer Teil davon beginnt am Unnaer Rathaus, wo der ADFC in anderen Zeiten das Umweltberatungsbüro als Stützpunkt nutzen kann.

Bei touristischen Routen besser abseits der Klassiker fahren

Wer noch ohne elektronischen Wegweiser fährt, kann sich die GPX-Dateien in einem Anzeigeprogramm im Internet („GPX-Viewer“) auf eine Karte legen und sie durch den Drucker schicken. Einfacher ist es, sich an den Schildern zu orientieren, die im Stadtgebiet stehen und einer der touristischen Routen zu folgen.

Die Gefahr, dass es doch ein wenig dichter zugeht und die Abstandsempfehlungen schwerer einzuhalten sind, mag dabei wachsen. Ob der sehr beliebte und daher oft stark befahrene Ruhrtalradweg bei frischem, aber freundlichem Wetter an diesem Wochenende ein ideales Revier ist, darf vor dem Hintergrund bezweifelt werden.

Die alte Windkraftpumpe für die Soleförderung aus dem Friedrichsborn am Königsborner Kurpark ist Ausgangspunkt für die Salzroute von Unna nach Salzkotten.

Die alte Windkraftpumpe für die Soleförderung aus dem Friedrichsborn am Königsborner Kurpark ist Ausgangspunkt für die Salzroute von Unna nach Salzkotten. © Stefan Milk

Aber die Region hat weniger bekannte und doch reizvolle Alternativen, wie etwa die Salzroute, die vom Königsborner Friedrichsborn bis Salzkotten dem Lauf des historischen Hellwegs folgt, den Emscherradweg, das Knotenpunktnetz des Radreviers Ruhr und den Alleenradweg Königsborn-Welver. Einen weiten Blick in die Zukunft erlaubt auch die Fahrt über die alte Trasse der Klöcknerbahn, auf der eines Tages einmal ein Teilstück des Radschnellwegs Ruhr laufen soll.

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