Viele Kinder, zu wenig Platz: Unna will Container bestellen für zwei Grundschulen

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Geburtenknick, Kindermangel, Grundschulschließungen – vor wenigen Jahren hat Unna solche Themen ernsthaft und sorgenvoll diskutiert. Heute ist klar, wie sehr damalige Prognosen daneben liegen.

Unna

, 23.02.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Unnas Schulen wird es eng. Und in manchen wird es nun schon zu eng. Die Stadt schmiedet Ausbaupläne für die Grundschulen am Friedrichsborn und in Hemmerde. Beide stehen für einen Ansturm auf Unnas Bildungsangebote. Dabei sind die Gründe aber unterschiedlich.

Grundverschieden sind die beiden Schulen bereits in ihrer Ist-Situation. Die Schule am Friedrichsborn ist eine von zwei Grundschulen im urbanen Stadtteil Königsborn. Die Grundschule in Hemmerde ist eine typische Dorfschule.

Und während in Hemmerde traditionell nur eine Eingangsklasse gebildet werden musste, ist die Schule am Friedrichsborn dreizügig und inzwischen sogar die größte Grundschule in ganz Unna.

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In Königsborn wandert die Akzeptanz nach Süden

Die Schule in der Südhälfte Königsborns hat ihre Nachbarin auf der anderen Seite der Bahn-Linie, die Grilloschule, längst überholt. Im dichter besiedelten Norden des Stadtteils war es früher einmal die Grilloschule, die eine größere Anzahl von Kindern zu betreuen hatte.

Inzwischen scheinen gerade die Besonderheiten in der Sozialstruktur dazu zu führen, dass auch Familien aus dem Norden ihre Kinder am Friedrichsborn anmelden. Dort treten Jahr für Jahr drei neue Klassen ihre Lernlaufbahn an. Und meistens sind diese auch voll.

Volle Schule heißt überfüllte Ganztagsbetreuung

Ein Problem ergibt sich dadurch auch an anderer Stelle: in der Ganztagsbetreuung der OGS. Die allgemein hohe Nachfrage nach Plätzen in der Offenen Ganztagsgrundschule und der anhaltend starke Zustrom an die Schule addieren sich. Aktuell melden Schule und OGS-Träger ihre Betreuungskapazitäten als aus- und überlastet. 140 Kinder sind am Friedrichsborn im Ganztag angemeldet. Man hätte aber auch noch acht weitere Plätze besetzen können, wenn es die Räumlichkeiten zuließen.

In Hemmerde reicht die Einzügigkeit nicht mehr aus

Vergleichbare Raumnot aus anderen Gründen gibt es in Hemmerde. Der östliche Stadtteil Unnas ist so etwas wie die Hauptstadt der Dörfer am Hellweg. Die Grundschule Hemmerde hat fast schon eine Insellage. Doch die Zahl der Insulaner wächst: Baugebiete und der Zuzug von Familien lassen schon seit einigen Jahren eine Zunahme der Kinder- und somit Schülerzahlen annehmen.

Nun tritt diese auch ein: Für die Einschulung nach den Sommerferien in diesem Jahr sind in Hemmerde 37 Kinder angemeldet worden. Ab 29 muss eine zweite Klasse gebildet werden. Doch dafür gibt es eigentlich keine Räume.

Gelöst werden muss das Problem in Hemmerde selbst, denn auch die nächste Schulalternative in Lünern ist ausgelastet.

Erst Modulbauten, dann feste Lösungen

Um neue Räume bieten zu können, denkt das Rathaus in beiden Fällen zweistufig. Zeitnah könnten an beiden Schulen Modulbauwerke mit je zwei Räumen aufgestellt werden. Das würde Druck ablassen und Zeit für eine perspektivische Lösung geben.

Leicht finden, lassen sich die nicht: Beide Schulen liegen in einem gewachsenen Viertel. Für Hemmerde erklärt die Stadt jetzt schon, dass die Aufstellmöglichkeiten vor Ort beschränkt sind und gegebenenfalls Vereinbarungen mit benachbarten Kirchengemeinden gesucht werden sollten. Schätzkosten für Aufstellung und Miete der Modulbauten über zwei Jahre hinweg gibt die Stadt mit rund 380.000 Euro an. Zusätzlich müssten Möbel und Geräte angeschafft werden, um aus den Räumen Klassenräume zu machen.

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