Der Kirchturm wird bald entkleidet - im August 2020 soll er wieder fertig gedeckt sein

dzEvangelische Stadtkirche

Ein paar Wochen wird es dauern, bis das marode Dach des Kirchturms an der Evangelischen Stadtkirche abgedeckt ist. Das Eindecken danach dauert länger und braucht Wärme. So soll es weiter gehen auf Unnas höchster Baustelle.

Unna

, 28.10.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Turm der Evangelischen Stadtkirche ist Unnas am meisten beachtete Baustelle, gleichzeitig das größte Sorgenkind. Eine Millionensumme muss in das älteste Gebäude der Stadt investiert werden. Und so soll es mit der Sanierung weitergehen: Das Abnehmen des Wetterhahns am Freitag markierte sozusagen den Beginn der Dachsanierung.

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Das Baugerüst, das fünf Mann der Firma Weise in den vergangenen Wochen am Turm hochgezogen haben, muss noch gesichert werden. Dazu gehört vor allem ein Netz, das das Gerüst komplett umgibt. Bis zur Höhe des Mauerwerks ist das Netz bereits gespannt. Die neuen Etagen, 40 weitere Meter bis zur Turmspitze, müssen noch eingewickelt werden. Das soll innerhalb dieser Woche abgeschlossen werden.

Der Kirchturm wird bald entkleidet - im August 2020 soll er wieder fertig gedeckt sein

Etage für Etage haben Gerüstbauer das Turmdach innerhalb von fünf Wochen mit Stangen und Bohlen umbaut. Es ist eine aufwendige Maßarbeit, da das Dach sich nach oben verjüngt. © Raulf

Lose Teile, Löcher und Risse

In den ersten Novembertagen also kann das nächste Gewerk anrücken: Dachdecker: Eine auf aufwendigere Dachhauben spezialisierte Firma wird den Turmhelm rund sechs Wochen lang komplett von seinem blassgrünen Kupferblech befreien. Es geht um über 800 Quadratmeter Dachfläche. Dass diese auch dringend erneuert werden muss, hatte sich nach dem verheerenden Sturmschaden von Januar 2018 herausgestellt. Das Dach stammt aus den 1950er-Jahren. Befestigungen haben sich im Lauf der vergangenen Jahre gelöst, durch Risse und Löcher dringt Wasser ein. Wind bläst am Dach in bis zu 80 Metern Höhe deutlich stärker als am Boden und zerrt entsprechend kraftvoll an jeder losen Kante.

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Kupfer nicht bei Kälte zu verarbeiten

Mehr als manch andere Baustelle an der frischen Luft ist diese abhängig vom Wetter. So waren die Gerüstarbeiten zuletzt schon grenzwertig, wie die Baumeister verrieten. Der starke Wind bedeutet Gefahr. Wenn das Dach im kommenden Jahr neu eingedeckt wird, darf es vor allem nicht zu kalt sein. „Es müssen tagsüber mindestens acht Grad plus herrschen“, sagt Dietrich Schneider, Pressesprecher des Kirchenkreises. Das hat mit den Eigenschaften des verwendeten Materials zu tun. Das Dach soll wieder mit Kupferblech eingedeckt werden. Die einzelnen Elemente werden miteinander verbunden, indem sie gebogen werden. Ist das Blech zu kalt, lässt es sich nicht mehr biegen, sondern es bricht. Schneider nannte den August 2020 als möglichen Fertigstellungstermin für das Dach.

Gerüst nur angelehnt

Das Gerüst übrigens ist dachdeckerfreundlich gebaut. Es ist nicht mit dem Dach verankert, sondern nur angelehnt. Die stützenden Stempel können die Dachdecker je nach Bedarf zur Seite drehen.

Der Kirchturm wird bald entkleidet - im August 2020 soll er wieder fertig gedeckt sein

Das Baugerüst ist an das Turmdach bloß angelehnt, nicht verschraubt, wie dieses Bild aus etwa 75 Metern Höhe zeigt. © Raulf

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