Kirchturm in Königsborn gerettet: Pfarrei beschließt Sanierung für rund 800.000 Euro

dzHerz Jesu

Der Turm an der Herz-Jesu-Kirche in Königsborn soll doch saniert werden. Der Kirchenvorstand der katholischen Pfarrei Unna hat beschlossen, über 800.000 Euro zu investieren. Den Großteil soll der Bischof zahlen.

Königsborn

, 24.10.2019, 15:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Glockenturm an der Herz-Jesu-Kirche in Königsborn soll doch erhalten werden. Es gibt einen Beschluss des Kirchenvorstands, das marode Bauwerk zu sanieren. Die Pfarrei rechnet damit, dass das Erzbistum Paderborn den Großteil der Sanierung bezahlt. Die Glocken im Turm der katholischen Gemeinde sind seit fast zwei Jahren stumm. Das Gebäude ist sanierungsbedürftig, und die Erschütterungen durch das Läuten würden den Verfall beschleunigen. Wie es mit dem Turm weitergeht, das scheint nun gewisser. Bisher hatte alles darauf hin gedeutet, dass das Gebäude abgerissen wird. Der Kirchenvorstand der Pfarrei St. Katharina, zu der die Gemeinde Herz Jesu gehört, hatte Anfang des Jahres noch zum Abriss tendiert. Es hatte eine Trendabstimmung gegeben, mit dem knappen Ergebnis, dass das Gebäude nicht saniert, sondern aufgegeben werden sollte.

Mehrheitsbeschluss für Sanierung

Nun gibt es einen neuen Beschluss. Er ist das Ergebnis einer außerordentlichen Sitzung des Kirchenvorstands: Der Kirchturm soll saniert werden. „Wir sind froh, dass jetzt eine Entscheidung vorliegt“, sagte Stefan Spallek, Verwaltungsmitarbeiter der Pfarrei. Er ist beim Gemeindeverband in Hagen angestellt und als Außendienstler für Unna zuständig. Das genaue Ergebnis der aktuellen Abstimmung teilte er im Gespräch mit unserer Redaktion nicht mit. Er betonte aber, dass eine Mehrheit im Kirchenvorstand für die Sanierung sei. „Und alle stehen hinter dieser Entscheidung.“

Paderborn soll über eine halbe Million zuschießen

Es geht um eine Investition im hohen sechsstelligen Bereich in die Bausubstanz an der Gabelsbergerstraße. Ein Architekt schätzt die Gesamtkosten der Maßnahme auf circa 813.247,40 Euro, wie aus einer Mitteilung auf der Internetseite der Pfarrei nachzulesen ist. Der Plan sieht so aus, dass die Gemeinde voraussichtlich einen Zuschuss in Höhe von 70 Prozent aus Paderborn erhält. Der Eigenanteil läge demnach bei knapp 244.000 Euro.

Immobilienverkauf und Spenden sichern Bauprojekt

Den Großteil dieser Eigenmittel hat die Herz-Jesu-Gemeinde quasi selbst erwirtschaftet: Im Jahr 2018 verkaufte die Gemeinde eine Immobilie, und der Erlös soll nun in den Kirchturm gesteckt werden. Zusätzlich sind Spenden nötig. Der Bau des Kirchturms war Anfang der 1960er-Jahre möglich, weil es aus der Königsborner Gemeinde viel Unterstützung gab, auch hohe Spendensummen. Daher haben einige Königsborner eine emotionale Verbindung zu dem Bauwerk. Auch für die nun geplante Sanierung hoffen die Verantwortlichen auf Spenden. Die Gemeinde will in Kürze ein Spendenkonto einrichten.

Neue Beratung, wenn es teurer wird

Bei den Baukosten handelt es sich um eine Schätzung. Diese stellt laut Spallek konkretere Zahlen dar, als sie bei der Trendabstimmung im Februar dieses Jahres vorlagen. Wie aufwendig und kostspielig das Sanierungsprojekt tatsächlich wird, sollen nun aber noch weitere Untersuchungen ergeben. So soll der beauftragte Architekt zum Beispiel ermitteln, wie genau es hinter der Klinkerfassade des Turms aussieht. Auch ein Bautechniker des Erzbistums soll dabei zurate gezogen werden. „Wir sind froh über diese Unterstützung“, so Spallek. Die Umsetzung des Beschlusses werde mit dem Katholischen Gemeindeverband und dem Erzbistum abgestimmt, teilt die Pfarrei mit.

Sollte sich herausstellen, dass das Projekt um zehn oder mehr Prozent teurer wird, dann würde darüber noch einmal im Kirchenvorstand beraten, sagt Spallek. Dementsprechend gibt es auch noch keinen Zeitplan für die Sanierung.

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