Kirchenhausmeister in Massen schnappt Dieb auf frischer Tat

dzVersuchter Diebstahl

Der Hausmeister einer Kirche in Massen hat einen Mann beim Stehlen erwischt. Der Angeklagte beteuerte vor Gericht ergebnislos seine Unschuld und handelte sich obendrein Ärger mit dem Richter ein.

von Jana Peuckert

Massen

, 22.03.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vermehrt war es im Herbst vergangenen Jahres bei der Evangelischen Kirchengemeinde Massen an der Kleistraße zu Diebstählen gekommen. Nach Überzeugung des Richters im Amtsgericht Unna führte auch der Besucher am 13. November – und spätere Angeklagte – nichts Gutes im Schilde. Zu vier Monaten Haft auf Bewährung verurteilte ihn der Vorsitzende wegen versuchten Diebstahls.

Mann wollte Pfarrer um Geld bitten

Das war passiert: Nach eigenen Angaben war der Angeklagte am Tattag vor Ort, um den Pfarrer um finanzielle Unterstützung zu bitten. Als der Mann den Geistlichen in dessen Zuhause nicht antraf, ging er ins Gemeindehaus, um dort auf ihn zu warten.

Hausmeister erwischt Verdächtigen mit Tablet

Zur selben Zeit hatte der Hausmeister Feierabend und seinen Rucksack einen Moment im Gruppenraum stehen gelassen. Getreu dem Motto: „Gelegenheit macht Diebe“ nahm der Angeklagte die Tasche unter die Lupe und entdeckte ein i-Pad, das er an sich nahm.

Plötzlich tauchte der Hausmeister auf und der 36-Jährige gab ihm das Gerät sofort zurück. Trotzdem wurde die Polizei verständigt. Der Hausmeister hielt den Verdächtigen vor Ort fest, bis die Beamten eintrafen.

Ein braver Katholik?

Im Gericht gab der Unnaer nun an, zwar mit dem Gedanken gespielt zu haben, das Tablet zu klauen, sich dann aber seines römisch-katholischen Glaubens besonnen zu haben. Er habe es deswegen nicht getan. Er habe lediglich mit dem Teil herumgespielt, so der Angeklagte.

Davon konnte er den Richter allerdings nicht überzeugen. Es sei nur deshalb nicht zu dem Diebstahl gekommen, weil der Hausmeister dazwischen gefunkt hatte, meinte der Richter. Daher verurteilte er den 36-Jährigen zu einer Strafe von vier Monaten Haft, ausgesetzt zur Bewährung.

17 Vorstrafen inklusive gefährlicher Körperverletzung

Bei der Urteilsfindung fielen dem Unnaer 17 Eintragungen im Vorstrafenregister auf die Füße. Meist war der Angeklagte „schwarz“ gefahren, er hatte aber in der Vergangenheit auch Hausfriedensbruch begangen und war schon wegen gefährlicher Körperverletzung, Betruges und Diebstahls verurteilt worden.

Zusatzstrafe: Angeklagter fällt dem Richter ins Wort

Weil der 36-Jährige dem Vorsitzenden während der Verhandlung immer wieder ins Wort gefallen war, verhängte der Richter zusätzliche ein Ordnungsgeld. Der Verurteilte muss nun 100 Euro zahlen oder ersatzweise vier Tage in Haft gehen.

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