Kirchengemeinde plant Verkauf der „Brücke“ in Unna-Königsborn

dzGemeindezentrum Brücke

Die Stadt bietet an, das Zentrum an der Berliner Allee zu kaufen und der Gemeinde ein Nutzungsrecht einzuräumen. Die sieht den Verkauf weitestgehend als alternativlos an. Skeptische Stimmen jedoch gibt es bereits.

von Dominik Pieper

Königsborn

, 23.09.2018, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Gemeindezentrum „Brücke“ der Evangelischen Kirchengemeinde Königsborn könnte kurzfristig verkauft werden. Ganz konkret steht ein Angebot der Stadt Unna im Raum, das Gebäude an der Berliner Allee zu erwerben, zu sanieren und als Stadtteilzentrum weiter zu führen. Der Kirchengemeinde würde für die Räume, die aktuell auch gebraucht werden, ein Nutzungsrecht eingeräumt.

Pfarrer Michael Helmert informierte die Gemeinde am Sonntagvormittag nach dem Gottesdienst über die Pläne. Seit dem vergangenen Mittwoch sind die Verkaufsabsichten von Kirchengemeinde und Stadt konkret, sodass zeitnah die Gemeinde auch informiert werden sollte.

Für die Kirche selbst habe der Verkauf viele Vorteile. Eine Sanierung des Gemeindezentrums komplett aus Eigenmitteln sei nicht zu finanzieren, sagte Helmert. Der Sanierungsstau in dem Gebäude sei groß. Zwar gäbe es die Möglichkeit, durch EU-Fördermittel Zuschüsse zu bekommen – doch Bedingung dafür wäre eine verbindliche Nutzung und Aufrechterhaltung des Angebotes für die nächsten 20 Jahre.

Pfarrer Helmert empfahl nach Beratung des Kreiskirchenamtes sowie angesichts der unklaren Entwicklung eines so langen Zeitraums und im Namen des Presbyteriums, diesen Weg nicht zu gehen. Eine Sanierung der „Brücke“ würde dem Volumen eines Jahreshaushaltes der Kirchengemeinde entsprechen, erklärte der Pfarrer. „Dies durchzuführen, wäre verantwortungslos“, sagte er deutlich.

Im Zuge der Aufwertung des Gebietes „Königsborn Südost“ durch die Stadt wolle diese die „Brücke“ nach umfangreicher Sanierung als eigenes Stadtteilzentrum fortführen, berichtete Helmert aus den Gesprächen. „Der Verbleib der Gruppen ist damit gewährleistet“, so Helmert – eine entsprechende Regelung soll vertraglich vereinbart werden.

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In der Kirchengemeinde selbst stößt das Vorhaben des Presbyteriums mehrheitlich aus Skepsis. In der Informationsrunde am Sonntagmorgen bekundeten Gemeindemitglieder überwiegend ihre Bedenken, demnach die Kirchengemeinde im Süden heimatlos werde. Viele Gruppen nutzen die Brücke für regelmäßige Treffen – Singkreis und Frauenhilfe sind nur zwei von vielen. Nachdem vor geraumer Zeit der geplante Neubau des Wichernhauses verworfen werden musste, fürchten manche nun den Verlust einer weiteren Begegnungsstätte und auch den Verlust von kirchlicher Arbeit. Von immer noch vorhandener Enttäuschung war die Rede, weil das Vorhaben, ein neues Wichernhaus zu bauen, scheiterte. Daher werden die Kaufabsichten der Stadt, verbunden mit einem Nutzungsrecht, skeptisch gesehen.

Endgültig beschlossen ist der Verkauf der „Brücke“ indes noch nicht. In den nächsten Wochen werden weitere Verhandlungen folgen. Pfarrer Helmert und das Presbyterium machten jedoch deutlich, dass dieser Weg weitestgehend alternativlos und für die Kirchengemeinde wirtschaftlich am sinnvollsten ist.

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