Kinga Glyk in Unna: Eine Jazzmusikerin, die keinem Klischee entspricht

dzKultur

Gefühle brachte Jazz-Sensation Kinga Glyk mit nach Unna. „Feelings“ ist der Titel ihres vierten Albums, das sie im Rahmen des Take 5-Jazz-Festivals in der Lindenbrauerei vorstellte.

von Sebastian Pähler

Unna

, 20.11.2019, 16:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kaum eine Musikrichtung ist so geprägt von der Improvisation und dem Erkunden verschiedener musikalischer Ausdrucksformen wie der Jazz.

Im Zusammenhang mit Jazz von einem Klischee zu sprechen, ist daher auch schon ein Widerspruch in sich. Aber wenn man heute jemanden fragen würde, wie er sich einen Jazz-Musiker vorstellt, wäre Kinga Glyk wohl ziemlich weit entfernt von dieser Beschreibung. Sie ist jung, weiblich und aus Polen. Aber nicht allein deswegen hat sie es, auch über die Grenzen der Jazzszene hinaus zu einiger Bekanntschaft gebracht, denn eine exzellente Musikerin ist sie obendrein.

Am Dienstagabend waren Glyk und ihre Band im Rahmen des „Take 5“ Jazz-Festivals im Kühlschiff der Lindenbrauerei zu erleben.

Kinga Glyk in Unna: Eine Jazzmusikerin, die keinem Klischee entspricht

Ein volles Kühlschiff bewies, wie groß das Interesse an dem Auftritt von Kinga Glyk war. © Sebastian Pähler

Große Gefühle

Das Interesse an der jungen Polin, die seit einigen Jahren die Jazz-Welt aufwirbelt, war auch bei dem Konzert in Unna groß. Das Publikum im voll besetzten Kühlschiff empfing sie und ihre Band schließlich mit herzlichem Applaus und die Künstlerin mit dem Bass und dem Hut ließ keine Zeit verstreichen, um den Saal gehörig aufzumischen. Mit funkigen Klängen eröffnete das Kinga Glyk Quartett das Konzert, bei dem die Stücke aus Glyks neuem Album „Feelings“ im Mittelpunkt standen.

Kinga Glyk in Unna: Eine Jazzmusikerin, die keinem Klischee entspricht

Ihre Band bedeutet Kinga Glyk viel – genauso wie ihre Familie und Freunde. Auch Keyboarder Pawel Tomaszewski begleitet die Bassistin schon länger auf ihrem musikalischen Weg. © Sebastian Pähler

Sie wolle gar nicht bei jedem Lied erklären wovon es handelt, stellte sie fest, denn schließlich sei Musik eine universelle Sprache, die auf der ganzen Welt verstanden wird. Daher hoffe sie, dass auch die Geschichte, die ihre Musik erzählt, ohne große Worte verstanden wird. Dass „What is Life“ die ganz großen Fragen des Lebens stellt, ohne sie mit einem Text zum Ausdruck zu bringen, konnte man der vielschichtigen und lebhaften Musik anhören.

Aber bei einem Titel wie „Feelings“ sollte es natürlich auch persönlich werden. So ermutigte sie die Zuschauerinnen und Zuschauer, Familie und Freunden öfter zu sagen, dass sie wichtig sind und gebraucht werden. Sie widmete ein Lied auch ihrer eigenen Familie. Schließlich haben ihr Vater und ihr Bruder, beide selbst Musiker, ihre herausragende Karriere erst möglich gemacht.

Auch bei diesem Auftritt beteuerte Glyk nicht singen zu können. Ein Defizit, von dem sie sagt, es habe ihre Entscheidung, Bassistin zu werden, mitbestimmt. Aber am Ende wusste sie auch das in einen Vorteil zu verwandeln, indem sie bei einer umgetexteten Version von Duffys „Mercy“ einfach das Publikum singen ließ. Nach anfänglichem Zögern hatte das seinen Spaß daran. Und der sollte auch den Rest des Konzerts über nicht abreißen.

Kinga Glyk in Unna: Eine Jazzmusikerin, die keinem Klischee entspricht

Nicht nur Kinga Glyk, sondern auch Drummer Dana Hawkins wurden für atemlose Soli bejubelt. © Sebastian Pähler

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