Im Zuge der Durchsuchungen wurden auch zahlreiche Mobiltelefone sichergestellt. © dpa (Symbolbild)
Kinderpornografie

Kinderporno-Razzia: Durchsuchungen auch in Unna und Kamen

Im Rahmen bundesweiter Durchsuchungen wegen des Verdachts der Verbreitung, des Erwerbs und Besitzes kinderpornografischer Inhalte wurden auch Gebäude in Unna und Kamen durchsucht.

Die bei der Polizei Köln angesiedelte „Besondere Aufbauorganisation“ (BAO) Berg hat im Zuge der Ermittlungen im Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach am Dienstag zahlreiche Wohnungen durchsucht. Ermittelt wird wegen des Verdachts der Verbreitung, des Erwerbs und des Besitzes kinderpornographischer Inhalte.

Stichwort

BAO Berg

  • Die „Besondere Aufbauorganisation“ (BAO) Berg ist bei der Polizei Köln angesiedelt. Sie wertet das Datenmaterial aus, das im Zuge des Missbrauchskomplexes Bergisch Gladbach sichergestellt wurde. Im Oktober 2019 war nach einer Hausdurchsuchung bei einem 43-jährigen Bergisch-Gladbacher ein Pädophilie-Netz aufgeflogen.
  • Auf Grundlage der Datenauswertungen der BAO Berg hat die bei der Staatsanwaltschaft Köln angesiedelte Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime (ZAC NRW) beim Amtsgericht Köln die Beschlüsse für die jetzt durchgeführten Durchsuchungen erwirkt.

Wie die Staatsanwaltschaft Köln und die Polizei mitteilten, haben die Einsatzkräfte bei 75 Durchsuchungen (66 Beschuldigte) in den zehn betroffenen Bundesländern mehr als 3200 Gegenstände sichergestellt. In dieser Gesamtzahl sind 2900 Datenträger mit einem Speichervolumen von 40 Terabyte enthalten. Darunter befinden sich mehr als 170 Mobiltelefone. 37 Mobiltelefone stellten die Einsatzkräfte dank der taktischen Vorgaben im entsperrten Zustand sicher.

24 Objekte in NRW untersucht

An 24 Wohnobjekten waren Spezialeinheiten und Kräfte nordrhein-westfälischer Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten (BFE) eingesetzt. Acht Diensthunde halfen beim Aufspüren versteckter Datenspeicher. Einige der Beschuldigten ließen sich zu den Tatvorwürfen ein. Zu Ermittlungen im Einzelnen machen Staatsanwaltschaft und Polizei keine Angaben.

Es gebe keine Hinweise, dass aktive Missbrauchstäter unter den jetzt Verdächtigten seien, erklärte die Polizei in Köln. Es habe auch keine Haftbefehle gegeben.

Durchsucht wurden am Dienstag auch eine Wohnung in Unna und eine Wohnung in Kamen. Weitere Gebäude im Kreis Unna waren nicht betroffen. Das nun sichergestellte Material ist nun Ausgangspunkt für weitere Ermittlungen im Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach.

Zweite große Durchsuchungsaktion

Bereits am 1. September war bei Durchsuchungen in zwölf Bundesländern mit rund 1000 Einsatzkräften umfangreiches Beweismaterial sichergestellt. Damals ging es um 60 Anschriften und rund 50 Beschuldigte. Damals waren keine Objekte im Kreis Unna durchsucht worden.

Die Polizei hat im Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach nach eigenen Angaben 330 Beschuldigte identifiziert. Sieben Personen sitzen in Untersuchungshaft, es gibt elf Anklagen und zehn Urteile. Im vergangenen Oktober wurde in Köln ein 43-Jähriger zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Der Mann aus Bergisch Gladbach gilt als Schlüsselfigur in dem Netzwerk.

Für den Bericht wurde auch Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) verwendet.

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Redaktion Unna
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