Keuchels Wahl-Bekenntnis ist für Wigant keine Garantie, Unnas Bürgermeister zu werden

dzKommentar der Redaktion

Die selbst knapp gescheiterte grüne Bürgermeisterkandidatin Claudia Keuchel unterstützt jetzt den CDU-Kandidaten Dirk Wigant. Eine Wahlempfehlung der Grünen ist das aber nicht. Ein Kommentar.

Unna

, 22.09.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Erstaunlich deutlich hat Claudia Keuchel erklärt, dass sie bei der Stichwahl am 27. September den CDU-Kandidaten Dirk Wigant unterstützen wird. Mit dem CDU-Mann, so argumentiert sie, ließen sich grüne Projekte in der kommenden Ratsperiode besser umsetzen als mit der SPD-Kandidatin Katja Schuon.

Inzwischen prangen auf den noch an den Laternen hängenden Wahlplakaten von Claudia Keuchel sogar die roten Zusatzaufkleber mit dem Aufruf „Wigant wählen!“.

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Keuchels Bekenntnis zu Wigant hat viele überrascht – und in ersten Reaktionen in den sozialen Netzwerken zeigen sich einstige Keuchel-Wähler auch enttäuscht. Insbesondere bei der Kultur, so ihre Befürchtung, könnte Wigant große Einschnitte vornehmen wollen. Keuchel erklärt bei Facebook, dass sie ihre „Zustimmung nicht für eine Kürzung des Kulturangebots gegeben habe und auch nicht geben werde.“

Reicht das, um die grünen Wähler zu besänftigen? Möglicherweise nicht. Dirk Wigant und auch die CDU sollten sich nicht darauf verlassen, dass die grünen Wähler nun am Sonntag in Strömen zu den Wahlurnen rennen, um ihre Stimme für den Bürgermeister Wigant abzugeben. Dafür gibt es keine Garantie. Wähler sind keine verschiebbare Masse, sondern ändern ihre Meinung auch kurzfristig.

Das weiß auch Claudia Keuchel. Sie betont, das sei ihr Standpunkt, aber keine Wahlempfehlung von Bündnis 90/Die Grünen.

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In der Partei gibt es auch Kritiker des Bekenntnisses pro Wigant. Die prominenteste ist Charlotte Kunert, die sogar aus der Partei ausgetreten ist. Tatsächlich gab es bei Sachthemen in der bald endenden Wahlperiode deutlich mehr Dissens als Gemeinsamkeiten. Das weckt Misstrauen.

Sollte Dirk Wigant die Stichwahl gewinnen, läge es in seinen Händen und in denen von Claudia Keuchel, das Vertrauen der Wähler zu rechtfertigen. Die SPD wäre dann in der für sie in Unna weitgehend fremden Zuschauerrolle. Haben die Genossen sich in den vergangenen Tagen wirklich nicht ausreichend um grüne Themen und grüne Stimmen bemüht? Haben sie gezögert, sich auf Zusagen gegenüber den Grünen einzulassen? Vielleicht kostet sie diese Zurückhaltung den Wahlsieg. Vielleicht kommt es aber auch ganz anders, und der Wähler belohnt solche Hinterzimmer-Absprachen nicht.

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