Keuchel antwortet enttäuschten Kritikern aus Unnas Kulturszene

dzPolitik in Unna

Nach ihrer Wahlempfehlung für Dirk Wigant (CDU) hat Unnas Grünen-Chefin Claudia Keuchel Kritik einstecken müssen. Ein immer wieder geäußerter Vorwurf war, sie lasse die Kultur hängen. Was ist dran?

Unna

, 22.09.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Tagtäglich befasst sich Claudia Keuchel mit dem Thema Kultur. Als Kulturreferentin und Fachreferentin für kulturelle Bildung bei der Stadt Gelsenkirchen kennt sie sich in diesem Bereich aus. Kein Wunder also, dass mit Claudia Keuchel als Grünen-Bürgermeisterkandidatin in Unna viele Hoffnungen aus der Szene verbunden waren.

Viele Menschen, denen die Kultur in der Kreisstadt ein wichtiges Thema ist, dürften ihr Kreuz bei Keuchel gemacht haben. Zum Einzug in die Stichwahl um das Bürgermeisteramt reichte es dennoch knapp nicht. So sehr das knappe Scheitern ihre Wählerinnen und Wähler auch enttäuscht haben dürfte: Mit ihrem Bekenntnis, bei der Stichwahl den CDU-Kandidaten Dirk Wigant zu unterstützen, sorgte sie für weitere hängende Gesichter.

Keine Zustimmung für Kürzungen im Kulturbereich

Im Internet, aber auch persönlich, erreichten Keuchel in der Folge viele Fragen. Dahinter stand immer wieder der mal deutlicher, mal verhaltener geäußerte Vorwurf, die Grüne lasse die Kulturszene hängen. Davon aber will Keuchel nichts wissen. Sie betonte im Gespräch mit dieser Redaktion, dass es im Kulturbereich keine Kürzungen oder Reduzierungen geben solle.

Hinter den Sorgen steckt vor allem die Befürchtung, unter einem Bürgermeister Dirk Wigant könnte die Kultur an Bedeutung verlieren. „Die CDU hat sich zwar forsch geäußert, aber es ist klar, dass es Kürzungen im Kulturbereich mit mir nicht gibt. Dafür stehe ich“, sagt Keuchel. Sie erinnert daran, dass sie sich selbst ehrenamtlich engagiere, zuletzt etwa bei der Zukunftskonferenz Kultur der Stadt Unna.

Kulturentwicklungsplan voranbringen

„Ich konnte das Erschrecken im ersten Moment nachvollziehen“, zeigt Keuchel Verständnis für die Reaktion vieler Menschen, die sie gewählt haben. Zugleich betonte sie aber, sie werde sich dafür einsetzen den Kulturentwicklungsplan weiter voranzubringen. Damit will sie ihre Kritiker beruhigen.

Claudia Keuchel hatte sich für Dirk Wigant als Bürgermeister ausgesprochen, weil sie mit ihm und der CDU die größeren Chancen sieht, grüne Projekte umzusetzen. Das allerdings ist auch in der Partei umstritten, die ehemalige Fraktionsvorsitzende Charlotte Kunert verließ die Grünen sogar wegen des fehlenden Vertrauens zu Teilen des Grünen-Ortsverbandes Unna.

Wigant setzt darauf, dass ihm auch die kulturell interessierten Wählerinnen und Wähler am 27. September das Vertrauen schenken. Das ist bei seiner Konkurrentin Katja Schuon (SPD) nicht anders.

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