Für die Unterstützung durch die Bürgerstiftung Unna bedankte sich die 1. Vorsitzende der Lebenshilfe Kreis Unna, Bärbel Völker, mit einem Blumenstrauß bei Werner Overwaul. Lebenshilfe-Vorstand Dr. Hartmut Brühl (l.) und die FSJlerin Laura Pauly waren dabei. © Udo Hennes
Digitalisierung

Keine Corona-Förderung: Lebenshilfe braucht Hilfe der Bürgerstiftung

Der Lebenshilfe Kreis Unna wird es in Corona-Zeiten zum Verhängnis, dass sie als eingetragener Verein arbeitet. So gehen öffentliche Corona-Hilfen an ihr vorbei. Die Bürgerstiftung Unna hilft.

Keine Frage: Die Lebenshilfe Kreis Unna wird für ihre Arbeit hoch geschätzt. Allerdings ist sie als eingetragener Verein organisiert und nicht etwa als gemeinnützige GmbH. Das wird ausgerechnet jetzt, in Corona-Zeiten, zum Problem. Denn öffentliche Fördergelder gehen so häufig an der Lebenshilfe vorbei.

Allerdings ist die Lebenshilfe, die behinderte Menschen in einem möglichst selbst bestimmten Leben unterstützt, gerade jetzt auf Gelder angewiesen. Die Corona-Zeit verlangt nach einem Digitalisierungsschub in der Verwaltung, aber vor allem auch in den Wohngruppen. i-Pads und Smartphones erweisen sich als wichtige Mittel, wenn es darum geht, den betreuten Menschen einen Zugang zum öffentlichen Leben zu ermöglichen.

Bürgerstiftung erkennt Arbeit der Lebenshilfe an

Bei der Bürgerstiftung Unna und ihren Stiftern sind die Wünsche der Lebenshilfe auf offene Ohren gestoßen. Bei einem corona-konformen Besuch an der Potsdamer Straße, wo insgesamt 21 Personen von der Lebenshilfe betreut werden, machte der 1. Vorsitzende der Bürgerstiftung Werner Overwaul deutlich, dass es nicht schwer gewesen sei, die Stifterinnen und Stifter zu überzeugen: „Es gibt viel Sympathie für die Lebenshilfe. Wir helfen da gerne, denn die Lebenshilfe hilft sich auch selbst.“

Tatsächlich investiert der gemeinnützige Verein die ihm zugestandenen Gelder für nachhaltige Anschaffungen. Neben i-Pads und Smartphones zählen dazu auch die Rufanlage für eine Wohngruppe an der Potsdamer Straße, feuerfeste Gardinen, die Ausstattung eines Zimmers und des Wohnraumes in der Wohngruppe Schützenhof und ein Lifter.

Freiwilliges Soziales Jahr ermöglicht

Zudem wird mit den Stiftungsgeldern ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) finanziert. Somit kann mit Stiftungsgeld auch im zwischenmenschlichen Bereich geholfen werden. Laura Pauly, die das Freiwillige Soziale Jahr bei der Lebenshilfe absolviert, berichtet mit Begeisterung von dem immer größer werdenden Vertrauen der Bewohnerinnen und Bewohner zu ihr.

Ein großes Anliegen ist der Lebenshilfe die Digitalisierung ihrer eigenen Arbeitsabläufe. Mit der Zuwendung der Bürgerstiftung kann die Lebenshilfe eine Software für das Sozialwesen anschaffen. Diese wird immer wichtiger, denn die Kostenträger verlangen Dokumentationen und Abrechnungen zunehmend digital. Zudem können die Arbeitsabläufe im Verein effektiver gestaltet werden.

Digitalisierung auch in der Verwaltung

„Das wird uns zunächst viel Arbeit machen“, sagt Michael Ebbers, Geschäftsführer der Lebenshilfe. Zunächst werde viel Arbeit noch doppelt erledigt. Danach aber, ist sich Ebbers sicher, wird das Programm eine enorme Erleichterung sein.

Die Corona-Pandemie stellt die Lebenshilfe vor große Herausforderungen. Dennoch ist es den Aktiven gelungen, den Bewohnerinnen und Bewohnern viele schöne Stunden zu bescheren. Als das noch ging, konnte sogar ein ganzer Kinosaal für die Lebenshilfe angemietet werden. Ebbers freut sich, dass es bislang keinen einzigen Corona-Fall unter den Bewohnern gab.

Damit das so bleibt, werden Hygiene- und Abstandsregeln weiter groß geschrieben. Und so können dank der Hilfe der Bürgerstiftung und ihrer Fonds auch die gestiegenen Materialkosten für Hygienemittel aufgefangen werden. Zudem hilft die ebenfalls angeschaffte Dienstkleidung, Hygienestandards bei pflegerischen Tätigkeiten einzuhalten.

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