Kein Festnetz, kein Hausnotruf: 81-Jährige hat Ärger mit Unitymedia

dzTechnische Probleme

Wenn das Festnetz zu Hause streikt, ist das für viele zwar ärgerlich, im Zeitalter von Mobilfunk aber zumeist verkraftbar. Für eine Unnaerin aber kann das mitunter lebensbedrohlich werden.

von Jennifer Freyth

Unna

, 16.09.2019, 11:14 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Telefonleitung ist tot. Und auch der Fernseher bleibt dunkel. Seit beinahe einer Woche hat eine Unnaerin technische Probleme mit ihrem Kabelnetzbetreiber. Während der TV-Ausfall für die 81-Jährige „nur“ ärgerlich ist, können die Festnetzprobleme für die Seniorin hingegen sogar lebensbedrohlich werden. Denn die Unnaerin hat vier Herzbypässe und deshalb daheim einen Hausnotruf eingerichtet.

Am Arm und um den Hals trägt die herzkranke Frau ein Sendegerät. Im Ernstfall braucht sie so einfach einen Knopf drücken – und schon setzt sie einen Notruf ab. Ganz ohne lange nach ihrem Telefon suchen zu müssen, sofern sie dazu überhaupt noch in der Lage wäre. Das Problem: Das Notrufsystem ist an ihr Festnetz gekoppelt. Und weil das streikt, funktioniert auch der Notruf nicht.

Die Unnaerin wartete zunächst ab, meldete die Störung bei Unitymedia in der Hoffnung, das Problem so schnell lösen zu können. Doch Fehlanzeige.

Hausnotruf auch ohne Festnetz möglich

Seit vorvergangenem Sonntag herrscht bei der 81-Jährigen Funkstille. Zwar sei auch sie wie die meisten über ihr Handy erreichbar. Doch die Nummer, sagt sie, gebe sie nur ungern heraus. Lediglich ihre Familienangehörigen kennen diese.

Zu ihrem Geburtstag in der vorvergangenen Woche erreichten sie deshalb auch keine Gratulanten per Telefon. So bedauerlich das auch war, die Seniorin konnte es verschmerzen. Doch dass ihr Hausnotruf im Ernstfall nicht funktionieren würde, ließ der 81-Jährigen keine Ruhe. Und so besorgte sie sich eine Alternative.

Unabhängig von ihrem Festnetz hat sie nun ein Gerät, das lediglich in der Steckdose stecken muss und über eine SIM-Karte, wie sie im Handy steckt, im Notfall ganz ohne Festnetzanschluss eine Telefonverbindung herstellt. 86 Euro musste die Unnaerin dafür berappen. Geld, das sie sich hätte sparen können, ärgert sie sich.

Drei Modems – und das Warten auf den Techniker geht weiter

Mehrfach hat die 81-Jährige den Anbieter schon kontaktiert, schließlich per SMS die Mitteilung bekommen, dass sich ein Techniker melde, sobald sie das neue Modem per Post erhalten habe. Inzwischen ist schon das dritte neue Modem bei ihr eingetroffen. Einen Techniker aber hat sie bis heute nicht zu Gesicht bekommen. Und auch über die Hotline habe sie das Problem nicht lösen können. „Das ist völlig daneben“, ist die Seniorin entrüstet.

Unitymedia hat auf Anfrage dieser Redaktion angekündigt, der 81-Jährigen zeitnah helfen zu wollen. Inzwischen hat das Unternehmen einen Technikerbesuch veranlasst. Dieser soll sich das Problem vor Ort anschauen und auch das Modem anschließen.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Trotz Nachwuchsproblem

Vereinsgründung: Was sich die Marinekameradschaft Unna davon verspricht

Meistgelesen