SPD: Oliver Kaczmarek ist in Unna als Feuerwehrmann gefragt

dzPolitik

Überlegungen über einen Parteiausschluss von Margarethe Strathoff und Ingrid Kroll haben den SPD-Unterbezirksvorsitzenden Oliver Kaczmarek in Berlin erreicht. Der Bundestagsabgeordnete muss jetzt vermitteln.

Unna

, 14.12.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Während Oliver Kaczmarek als Bundestagsabgeordneter an der Sitzungswoche in Berlin teilnahm, haben sich in seinem Wahlkreis die Ereignisse überschlagen. Der Bürgerverein „Wir für Unna“ hat auf lokaler Ebene eine eigene Kandidatur bei der Kommunalwahl 2020 angekündigt und der SPD die Konkurrenz erklärt. In der Kreistagsfraktion der Genossen flammten danach Überlegungen auf, die eigenen Fraktionsmitglieder Margarethe Strathoff und Ingrid Kroll aus der Partei zu werfen. Strathoff ist Vorsitzende von „Wir für Unna“, Kroll war als Gast bei der entscheidenden Sitzung des Vereins.

Oliver Kaczmarek musste nun auf der Rückfahrt im Zug aus Berlin die Jacke wechseln, vom SPD-Bundestagsmitglied zum Vorsitzenden des SPD-Unterbezirks werden. Kreistagsfraktion, Stadtverband und auch das Büro des Unterbezirks verwiesen auf das Wort des ranghöchsten SPD-Mannes in der Region – in einer Angelegenheit, die Kaczmarek selbst nur aus der Presse erfahren hat.

Erster Anschein: Strathoff verstößt gegen SPD-Statut

Auch Kaczmarek sieht in der Kandidatur für ein anderes politisches Bündnis einen Verstoß gegen das Organisationsstatut der SPD. Er stellt jedoch klar, dass ein Parteiausschlussverfahren eine komplizierte Angelegenheit sei, die nicht vom Unterbezirk allein betrieben werde. „Da wird die zuständige Parteigliederung mit einbezogen, und das ist hier der Stadtverband“, stellt Kaczmarek klar. Zudem müsse erst einmal der Sachverhalt aufgeklärt werden, und das erfordere vor allem das Gespräch mit den eventuell Betroffenen. Kaczmarek erwartet in den kommenden Tagen etwas Krisenmanagement in Unna – nicht zum ersten Mal.

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