Katholiken in Unna können Kommunion jetzt auch Zuhause empfangen

dzCoronavirus

Abstand halten – das ist gerade beim Empfang der Heiligen Kommunion schwierig. Viele gläubige Katholiken meiden aus Angst vor einer Ansteckung derzeit noch die Gottesdienste. Jetzt gibt es ein neues Angebot.

Unna

, 04.07.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

In den eigenen vier Wänden anstatt in der Kirche die Heilige Kommunion empfangen – das gibt es in der Katholischen Kirche schon lange: Die sogenannte Krankenkommunion wird denjenigen Gemeindemitglieder Zuhause gespendet, die körperlich nicht mehr in der Lage sind, an einem Gottesdienst teilzunehmen. Doch viele regelmäßige Gottesdienstgänger hält derzeit etwas anderes davon ab, zum Gottesdienst zu kommen: Die Sorge vor einer Ansteckung mit Corona.

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Damit sie trotzdem die für viele so wichtige Kommunion empfangen können, gibt es nun ein neues Angebot für die Unnaer Katholiken: Sie können am Sonntag alleine oder im Kreis der Familie Zuhause die Kommunion bekommen. Mit dieser Idee reagiert die Pfarrei St. Katharina auf den andauernden Zustand der eingeschränkten Gottesdienste.

Die Kirchen waren trotz des „Shut down“ im März nie geschlossen, aber lange Zeit durften keine Gottesdienste gefeiert werden. Inzwischen sind sie wieder erlaubt, aber die Hygiene- und Abstandsregeln wirken zuweilen befremdlich und erlauben zudem nur eine begrenzte Anzahl an Besuchern je Feier. Es darf nicht gesungen werden, der Abstand zu den Platznachbarn ist groß – so richtige Feierstimmung kommt da nicht auf.

„Für uns Christen ist Gemeinschaft untereinander und mit Jesus Christus als Stifter unserer Gemeinschaft das A und O, folglich ist der momentane Zustand auch so schwer zu ertragen.“
Edgar Terhorst, Seelsorger

Auch bleiben viele Gläubige der Messfeier fern, weil sie Menschenansammlungen meiden wollen. Dabei handelt es sich insbesondere um ältere Menschen und diejenigen mit Vorerkrankungen. Auch Familien mit Kindern werden nur vereinzelt unter den Besuchern ausgemacht. Insbesondere in der Kirche St. Martin bildeten sie einen starken Anteil.

„Für uns Christen ist Gemeinschaft untereinander und mit Jesus Christus als Stifter unserer Gemeinschaft das A und O, folglich ist der momentane Zustand auch so schwer zu ertragen“, sagt Edgar Terhorst, Seelsorger und Mitverantwortlicher für das Projekt. Gemeindemitglieder berichten davon, wie sehr diese Auswirkung von Corona ihnen zusätzlich zusetzen würden.

Da die Verantwortlichen davon ausgehen, dass dieser Zustand noch länger anhalten wird, planen sie für die Katholischen Gemeinden Unnas für diesen Zeitraum das Angebot der „Hauskommunion“: Gemeindemitglieder, die sich wünschen, die Kommunion in ihrer häuslichen Umgebung zu empfangen, weil sie zurzeit nicht an den Gottesdiensten teilnehmen können, sind herzlich gebeten, sich an einen der Seelsorger zu wenden. Infos zum Angebot gibt es in den Kirchen, unter www.kirche-unna.de oder telefonisch im Pfarrbüro (Tel.: 14939) oder bei Edgar Terhorst (Tel.: 3050486).

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