Tolle Nachricht in der Krise: Kartellamt genehmigt Fusion der Unnaer Krankenhäuser

dzKrankenhäuser

Das Evangelische Krankenhaus und das Katharinen-Hospital können fusionieren. Das Kartellamt hat dem Zusammenschluss der beiden Häuser an diesem Mittwoch zugestimmt.

Unna

, 25.03.2020, 17:28 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im November 2018 hatten das Evangelische Krankenhaus und das Katharinen-Hospital Unna bekannt gegeben, dass sie sich zu einem großen Krankenhaus zusammenschließen wollen.

Seitdem ist anders als zunächst erwartet viel Zeit vergangen. Die letzte große Hürde aber ist jetzt genommen: Das Kartellamt hat der Fusion der beiden Häuser an diesem Mittwoch zugestimmt.

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Sorgen nach Verbot in Soest

Hinter der Genehmigung hatte zuletzt noch ein besorgniserregendes Fragezeichen gestanden. Der Auslöser war ein Vorgang in Soest gewesen: Ähnlich wie in Unna sollten auch in der Kreisstadt im Osten zwei Krankenhäuser fusionieren, das städtische Haus und das Marienkrankenhaus. Letzteres gehört wie das Unnaer Katharinen-Hospital zum katholischen Hospitalverbund Hellweg.

Im Januar dieses Jahres war dann bekannt geworden, dass diese Fusion in Soest platzt: Das Kartellamt stimmte ihr nicht zu. Begründung: Die Bonner Wettbewerbsbehörde ging davon aus, dass durch einen Zusammenschluss in Soest eine marktbeherrschende Stellung entstehe.

Zustimmung für Unnaer Fusion ohne Vorbehalte

Für das Fusionsvorhaben in Unna hatte dieser Beschluss keine Auswirkungen. Er sorgte allerdings mindestens für Stirnrunzeln. Die Verantwortlichen der Unnaer Krankenhäuser hatten sich seinerzeit aber optimistisch gezeigt. Das Kartellamt hatte mitgeteilt, dass für Unna weitergehende Wettbewerbsbetrachtungen vorgenommen würden.

Seit diesem Mittwoch gibt es in dieser Hinsicht keine Bedenken mehr. Die Zustimmung zum Zusammenschluss sei „vorbehaltlos“, bestätigte Karin Riedel, Sprecherin des Hospitalverbunds. Weitere Erläuterungen der Wettbewerbshüter hat es bisher nicht gegeben. Man habe lediglich eine kurze Info erhalten, so Riedel. Diese aber verfehlt ihr Ziel nicht. „Wir freuen uns sehr“, sagte die Sprecherin, auch stellvertretend für das Evangelische Krankenhaus.

Corona-Vorsorge lässt keine Zeit zum Feiern

Zeit zum Feiern allerdings hat derzeit niemand, denn in den Krankenhäusern herrscht aufgrund der Corona-Krise ein beispielloser Ausnahmezustand. Die Vorbereitung auf die Versorgung von Corona-Patienten hat alle Mitarbeiter im Griff. Fachleute gehen davon aus, dass irgendwann Patienten stationär versorgt werden müssen, die schwerer erkrankt sind. Wann und wie viele, das ist bisher unbekannt.

Dabei geht es um Intensivpatienten, die beatmet werden müssen, aber nicht nur: Auch andere Covid-19-Patienten, die ins Krankenhaus, aber nicht auf die Intensivstation müssen, werden Platz und Isolation benötigen. Für Mitarbeiter muss Infektionsschutz besorgt werden. Sollte das alles nötig werden, müsste eine Ausbreitung der Infektion unter allen Umständen verhindert werden. Das alles sei aktuell mit erheblichem organisatorischem Aufwand verbunden, so Riedel.

Sicherung des Medizinstandorts Unna

Zumindest um den Krankenhauszusammenschluss aber muss sich keiner der Beteiligten jetzt mehr sorgen. Der Zusammenschluss der Krankenhäuser gilt als wesentlicher Beitrag zur Sicherung des Medizinstandorts Unna. Die beiden Krankenhäuser hatten von vornherein betont, dass im Zuge der Fusion keine Arbeitsplätze, etwa in der Medizin oder der Pflege, abgebaut werden sollen. Vielmehr soll das große Krankenhaus stärker werden als es die beiden bisherigen waren, unter anderem durch eine noch bessere Notfallversorgung, kürzere Wege für Patienten, mehr interdisziplinäre Zusammenarbeit oder eine höhere Attraktivität als Arbeitgeber.

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