Mit Video: Katja Schuon ist das neue Gesicht der Unnaer SPD

Kommunalwahl 2020

Auf den Spuren Werner Kolters tritt ein Nachfolger in große Fußstapfen. Katja Schuon hat einen Weg gefunden, sich nicht an ihnen messen zu lassen: Die Bürgermeisterkandidatin der SPD geht einfach ihren eigenen.

Unna

, 03.08.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
SPD-Bürgermeisterkandidatin Katja Schuon im Nicolaiviertel: Ihr Lieblingsort in Unna war schon Kulisse für ihre Hochzeitsfotos.

SPD-Bürgermeisterkandidatin Katja Schuon im Nicolaiviertel: Ihr Lieblingsort in Unna war schon Kulisse für ihre Hochzeitsfotos. © Sebastian Smulka

Früher wäre Katja Schuons Wahl ein Selbstläufer gewesen. Kandidatin der SPD, allein das hätte für die Favoritenrolle gereicht. Dazu: Hochgearbeitet im Kreishaus, in 27 Jahren vom Azubi zur Führungskraft. Kind des Ruhrgebiets. Frau. Mutter. Ja, früher einmal hätte diese Mischung gereicht, die Mitbewerber erstarren zu lassen. Aber früher, das ist lange her in Unnas SPD. Früher endete irgendwann 2015.

Wer Katja Schuon und ihre Aussichten als Bürgermeisterkandidatin im Jahr 2020 erfassen will, der muss sich erst einmal ein wenig von ihrer Person lösen und sich mit der Lage ihrer Partei beschäftigen. Das mag ungerecht sein und hart, aber es ist nun einmal so: Katja Schuon kandidiert für das Bürgermeisteramt in Unna in einer Zeit, in der ihr das Parteibuch nicht nur Vorteile bringt, sondern auch eine besondere Herausforderung.

Video
Bürgermeisterkandidatin Katja Schuon im Interview

Das Bild der strahlenden Siegerin gibt die SPD derzeit ohnehin nicht ab. Doch in der einstigen Hochburg Unna sieht es noch schlimmer aus. Der Bruch, der sich nach der „Causa Risadelli“ erst einmal quer durch die Partei zog und dann zur Abspaltung der WfU geführt hat, hat auch langjährige SPD-Wähler dazu gebracht, mit den Genossen zu brechen. Nur allzu leicht gerät man da in Sippenhaft.

Katja Schuons Parteilaufbahn begann erst 2014

Nun bietet die SPD eine Kandidatin auf, die man vielen Unnaern erst einmal vorstellen muss. Und vielleicht ist das ihre klügste Entscheidung seit langem. Einen ausgewiesenen Kronprinzen hat es in der Ära des übermächtigen Amtsinhabers Werner Kolter ohnehin nie gegeben. Und die Distanz zu den umstrittenen Parteigrößen der zurückliegenden Jahre kann Schuon allein dadurch gut verkörpern, dass sie mit 46 Jahren fast noch ein Neuling in der SPD ist.

Erst 2014 war sie der Partei beigetreten. „Die Nähe zur SPD war schon immer da. Aber ich war wirklich lange der Meinung, dass man in der öffentlichen Verwaltung Neutralität wahren sollte“, erklärt sie.

Andere machen Karriere mit Parteibuch. Schuon macht ihr Parteibuch mit der Karriere: Je höher sie in der Hierarchie der Kreisverwaltung aufstieg, desto deutlicher wurden die Empfehlungen an sie, sich doch einmal zu bekennen.

27 Jahre Hauskarriere in der Kreisverwaltung

Arbeiten, das kann Katja Schuon. Es ist eine der typischen Tugenden des Ruhrgebietes, mit der sie ihre bisherige Karriere gestaltet hat. Geboren in Bochum, Kindheit in Castrop, Jugend in Schwerte, dann Dienst im Kreishaus. Schuon trat 1993 als Auszubildende ein, wurde Verwaltungsfachwirtin und Betriebswirtin, leitet heute den Fachbereich Familie und Jugend mit 80 Mitarbeitern.

Ihre Position im Kreishaus scheint wie ein klassisches Sprungbrett zu sein für ein Spitzenamt in einer Kommunalverwaltung. Wie man es nutzt, hat sie allerdings im Schritt vorher gelernt: Als Büroleiterin und Referentin des beliebten Landrates Michael Makiolla war sie auch für die direkte Kommunikation mit dem Bürger zuständig.

SPD-Bürgermeisterkandidatin Katja Schuon im Nicolaiviertel: Ihr Lieblingsort in Unna war schon Kulisse für ihre Hochzeitsfotos.

© Sebastian Smulka

Dass sie diese Kunst beherrscht, zeigt sich beim Porträtgespräch mit ihr im Nicolaiviertel durch Zufall: Während unsere Redaktion die Kamera fürs Video-Interview einrichtet, kommt ein Anwohner aus dem Haus, der die Kandidatin erkennt und ihr gleich ein paar Dinge zur Besorgung aufgibt – als wäre der Einzug ins Rathaus nur Formsache. Schuon hört geduldig zu, berät mit dem Ziel, Ausgleich zu schaffen zwischen seinen Interessen und der Sachlage.

Begegnungen wie diese hat Katja Schuon des öfteren. „Ich bin ja ein recht offener Mensch, und viele sind davon erst einmal überrascht. Manche sagen zwar, dass ihnen die Erneuerung in der SPD doch viel zu spät komme. Aber ich bin trotzdem froh, dass wir sie machen.“

Dieses Porträt ist Teil einer Serie zur Kommunalwahl 2020, in der wir alle acht Bürgermeisterkandidatinnen und -kandidaten für Unna vorstellen. Täglich um 17 Uhr gibt es auf dieser Seite eine neue Folge.
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