Kampf gegen Corona: Soldatinnen und Soldaten aus Unna landesweit im Einsatz

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Soldatinnen und Soldaten aus der Glückauf-Kaserne in Unna helfen im Kampf gegen das Coronavirus. Nicht nur im Kreis Unna, sondern fast im ganzen Land ist ihre Hilfe gefragt.

Unna, Kamen, Bergkamen, Holzwickede, Fröndenberg

, 26.10.2020, 18:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einen Kampf ohne Waffe und Munition, dafür aber mit Telefon und Wattestäbchen führen Soldatinnen und Soldaten aus der Glückauf-Kaserne in Unna derzeit. In ganz NRW sind ihre Dienste begehrt, denn die Nachverfolgung bringt nicht nur den Kreis Unna an die Grenzen dessen, was mit eigenem Personal zu schaffen ist.

Zehn Soldatinnen und Soldaten für den Kreis Unna

Im Gesundheitsamt an der Platanenallee sind bereits zehn Soldatinnen und Soldaten im Einsatz. Sie sind nur ein Teil der Kräfte, die derzeit im ganzen Land helfen – sowohl bei der Kontaktnachverfolgung wie auch als Teil mobiler Abstrich-Teams. 130 Männer und Frauen aus der Glückauf-Kaserne haben den Befehl erhalten, in den Gesundheitsbehörden zu helfen. Viele haben sich freiwillig gemeldet.

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40 Soldatinnen und Soldaten sind in Dortmund in der Kontaktnachverfolgung tätig, in Gelsenkirchen sind es 20. Auch Recklinghausen hat 20 Uniformierte zur Unterstützung, ein Antrag auf 30 weitere Helfer liegt bereits vor. In Recklinghausen sind Soldatinnen und Soldaten auch Teil mobiler Testteams. „Das sind dann aber nicht unbedingt medizinisch geschulte Soldatinnen und Soldaten. Es sind Kräfte, die Ärzte bei den Testungen unterstützen“, erklärt Hauptmann Chaouki Aakil, der auch Presseoffizier der Glückauf-Kaserne ist.

Unterstützend sind die Bundeswehrangehörigen aus Unna auch in Duisburg, Herne und Bochum tätig. Für den Kreis Unna sind zudem fünf weitere unterstützende Kräfte beantragt.

Landeskommando NRW hat Federführung

„Die Federführung hat das Landeskommando NRW“, erklärt Chaouki Aakil. Mit ihrem Einsatz in den Gesundheitsbehörden bekommen die Soldatinnen und Soldaten übrigens keinen neuen Chef. Weisungsbefugt bleiben die jeweils mit ihnen tätigen Offiziere.

„Bei der Suche nach Unterstützungskräften für die Gesundheitsämter haben wir natürlich zunächst Freiwillige gesucht“, erklärt der Presseoffizier. Wo das nicht reichte, seien Soldatinnen und Soldaten hin befehligt worden.

Die Anträge der Gesundheitsbehörden sind unterschiedlich lang befristet, zum Teil bis zum Ende des Jahres. „Wir planen aber langfristig“, vermutet Chaouki Aakil, dass viele Verlängerungsanträge gestellt werden. Wie lange die Soldaten noch in den Behörden arbeiten werden, hängt also wesentlich davon ab, wie sich die Pandemie weiter entwickelt.

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