Der mit Spannung erwartete Verkehrsversuch am Kreishauskreisel steht bevor. Der städtische Gutachter erfasst mit Kameras jetzt den Ist-Zustand. Bald kommt die Ampel für Fußgänger und Radfahrer.

Unna

, 15.11.2018, 18:03 Uhr / Lesedauer: 1 min

Menschen, die zu Fuß oder mit welchem Verkehrsmittel auch immer den östlichen Teil des Kreishauskreisels oder die Viktoriastraße benutzen, nehmen bereits an einem Experiment teil. Kleine Kameras auf hohen Stativen zeichnen Verkehrsbewegungen an der Viktoriastraße auf. Hintergrund ist das Projekt Mühle Bremme: Das geplante Einkaufszentrum wird noch mehr Verkehr in den ohnehin überlasteten Kreishauskreisel ziehen, deswegen soll nach einer Möglichkeit gesucht werden, die Stauprobleme zu reduzieren. Eine Ampel, die Fußgänger und Radfahrer nur noch gesteuert über die Viktoriastraße lässt, könnte eine Lösung sein, die ein von der Stadt bestellter Gutachter vorschlägt. Die Verwaltung hatte damit einem ähnlich lautenden SPD-Antrag vorgegriffen.

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Querungszahlen

Die meisten nutzen die Viktoriastraße

Fußgänger und Radfahrer haben am Kreishauskreisel unterschiedlich stark genutzte Wege: Der Übergang an der Viktoriastraße wird bis zu 280 Mal in der Stunde überquert und ist damit eine Belastung für den Fluss der Fahrzeuge.
Kameras erfassen den Verkehr am Kreishauskreisel in Unna
Die anderen Kreisel-“Äste“ werden seltener überquert. 200 mal pro Stunde wechseln Fußgänger und Radfahrer an der Platanenallee die Straßenseite. Für die Friedrich-Ebert-Straße und die Kantstraße hat der städtische Gutachter 70 Querungen gezählt, für die Hansastraße 60.

Und nun geht es los. Zunächst soll für eine gewisse Zeit der normale Verkehrsfluss dokumentiert werden. Die Stadt erklärt, dass während dieser Vorerhebung auch auf Datenschutz geachtet werde. „Die Kameras filmen keine Kennzeichen und im Prinzip auch keine Gesichter“, sagt Stadtsprecher Christoph Ueberfeld. Bewegungen von Menschen und Fahrzeugen würden aufgezeichnet und dann ausgewertet.

In Phase 2 wird die jetzige Querung über die Viktoriastraße versperrt. Rund 30 Meter östlich davon wird eine Fußgänger- und Radfahrerampel aufgestellt. Wie die Verkehre dann funktionieren, soll wiederum erfasst und dokumentiert werden. Diese Phase soll zwei bis drei Monate dauern. Starten soll sie voraussichtlich noch im November. Was den Termin angeht, laufen aber laut Ueberfeld noch letzte Abstimmungsgespräche. Die Stadt will möglichst stichhaltige Daten bekommen. Verkehrsarme Ferienzeiten sollen ebenso gemieden werden wie ein möglicher Wintereinbruch. Vermutlich wird sich eine Unterbrechung des Versuchs kaum verhindern lassen, etwa wegen der Weihnachtsferien. Das würde die Testphase aber auch verlängern und teurer machen. Die Stadt hatte im September erklärt, der Verkehrsversuch inklusive gutachterlicher Begleitung koste 30.000 Euro.

Kameras erfassen den Verkehr am Kreishauskreisel in Unna

Die Kameras sollen nicht die Privatsphäre von Verkehrsteilnehmern verletzen. Sie zeichnen nur Bewegungen von Fußgängern, Radfahrern und Autofahrern auf. © UDO HENNES

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