Was braucht Unnas Jugend? - Stadt startet Planungsprozess

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„Kinder- und Jugendförderplan“ - zugegeben, das klingt sperrig, doch dahinter verbirgt sich das wohl wichtigste Instrument der Stadt, Kindern und Jugendlichen das Leben in Unna so angenehm wie möglich zu machen.

Unna

, 02.10.2019, 13:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Kinder- und Jugendbüro, der Kinderferien-Pass, Unterstützungsangebote für Kinder mit Migrationshintergrund und Projekte wie das gemeinsame Reparieren der Jugendhütte in Massen: All das wäre ohne den Kinder- und Jugendförderplan der Stadt ziemlich schwierig. Für jeweils fünf Jahre gibt der Plan Sicherheit für Projekte und Angebote - vor allem auch finanziell.

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Der aktuelle Förderplan läuft noch bis Ende 2020. Jetzt starten die Vorbereitungen für den neuen Plan, der bis 2025 Bestand haben wird. Was brauchen Unnas Kinder und Jugendliche für Angebote, um sich in ihrer Stadt wohlzufühlen? Auf welche Trends sollte in der Jugendarbeit reagiert werden? Antworten auf diese Fragen versucht nun eine Arbeitsgruppe zu finden, in denen neben Politikern und Fachleuten aus der Verwaltung und den Trägern der freien Jugendarbeit vor allem auch die Jugendlichen selbst zu Wort kommen sollen.

„Das, wo Jugendliche zusammenkommen, ist heute viel kurzlebiger und folgt Trends.“
Heike Gutzmerow, Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses

„Wir werden in die Schulen gehen und dort Fragebögen an die Schüler verteilen, auf denen sie uns mitteilen können, welche Angebote der Jugendarbeit in Unna sie nutzen“, erklärt Heinz-Dieter Edelkötter, Leiter des Jugendamtes. Bereits in der Vergangenheit habe man dieses Verfahren genutzt, um Erkenntnisse über die Bedürfnisse der Jugendlichen zu gewinnen. „Dadurch haben wir beispielsweise erfahren, dass rund 80 Prozent der männlichen Jugendlichen in einem Sportverein aktiv sind“, sagt Edelkötter.

„Klassisches“ Jugendzentrum hat längst ausgedient

Braucht es dann überhaupt noch einen „klassischen“ Jugendtreff, wie er in den 1990er-Jahren populär war? Heike Gutzmerow, Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses, zeigt sich da skeptisch: „Ich glaube, dass wir uns von der Idee eines klassischen Jugendzentrums verabschieden müssen. Das, wo Jugendliche zusammenkommen, ist heute viel kurzlebiger und folgt Trends.“ Diese zu identifizieren und dazu passende Angebote zu machen, sieht sie als eine der Herausforderungen in den Planungen für den neuen Kinder- und Jugendförderplan.

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„Als die Eishalle geschlossen wurde, hieß es: es gibt ja gar keine Treffpunkte mehr für Kinder und Jugendliche in Unna. Wir müssen herausfinden, wie solche Treffpunkte von den Unnaer Jugendlichen gewünscht sind, bevor wir einfach irgendwas überstülpen“, so Gutzmerow.

Die Befragung der Kinder und Jugendlichen ist für die erste Jahreshälfte 2020 vorgesehen; erstellt werden soll der neue Förderplan dann in der zweiten Jahreshälfte.

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